Tobias Krumscheid Merseburg, 7. September 2000 Kultur- und Medienpädagogik 4. Fachsemester Fach Psychologie
Farbe um uns,
Tobias Krumscheid
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Emotionen. 4
2.1 Das Erleben von Gefühlen. 5
3 Farbe. 5
4 Die Farbenpsychologie 6
4.1 Historische Entwicklung 6
4.2 Kurzer Abriß zur Farbensymbolik 7
4.3 Die innere und äußere Farbe. 7
4.4 Kann man Farben fühlen? 8
4.5 Farbe und Traum 8
4.6 Stimmen uns Farben? 9
4.7 Lieblingsfarben im Zuge der persönlichen Entwicklung 10
5 Die einzelnen Farben und ihre psychologische Bedeutung. 11
5.1 Blau 11
5.2 Rot 12
5.3 Grün. 13
5.4 Gelb 14
5.5 Schwarz 15
5.6 Weiß 17
5.7 Abschließende Bemerkungen zum Kapitel Farben. 18
6 Literaturverzeichnis. 19
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„ Ich fing an, blau zu malen, als mir bewußt wurde, daß Casagemas tot war.“ (Pablo Picasso, Reaktion auf den Tod seines Freundes)
1 Einleitung
Welche Empfindungen habe ich beim Anblick von Rot oder Blau? Und sind dies die selben die meine Mitmenschen in der gleichen Situation fühlen? Ist nicht das Rot der untergehenden Sonne, welches mir einen letzten warmen Gruß des Tages schickt das selbe, das mich bei einem Brand in Schrecken versetzt? Farben können verschiedenste Assoziationen, Reaktionen und Emotionen beim Menschen auslösen. Unser Körper reagiert rein physiologisch und für uns unbewußt auf die Farbreize, die aus der Umwelt auf uns treffen, verändert Puls, Blutdruck und Atemfrequenz. Doch nicht darum soll es in den nachfolgenden Abschnitten gehen. Vielmehr möchte ich aufzeigen, warum bestimmte Farben bestimmte Emotionen auslösen, welche Farbe wie wahrgenommen wird und die Nutzung dieses Phänomens in therapeutischer Hinsicht in unserer Zeit.
2 Emotionen
Die Erforschung der Emotion als einem Teilgebiet der Psychologie kommt erst seit Anfang der 70er Jahre wieder verstärkt eine Bedeutung zu. Die behavioristische Position , vor allem der amerikanischen Psychologen in den vorhergehenden Jahrzehnten, stellt wahrscheinlich den Grund dar, warum diesem Feld, welche bis dahin keinesfalls tief durchdrungen war, so wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, da sie den Gegenstand der wissenschaftlichen Psychologie nur in den beobachtbaren Reizen und Reaktionen sahen. Im Zuge der „kognitiven Revolution“ Ende der 60er Jahre erlebte auch die Forschung über das subjektive Empfinden und damit auch die Emotionsforschung wieder einen Aufschwung.
Was ich nun darstellen will, ist lediglich ein Erklärungsversuch, möglicherweise nur eine Hypothese des Begriffs Emotion. Sie sind Zustände wie z.B. Freude, Trauer,
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Ärger, Angst, Enttäuschung, Schuld und andere die aktuell Personen betreffen, in ihrer Intensität und Qualität sich unterscheiden, ein charakteristisches Erleben hervorrufen sowie bestimmte physiologische Veränderungen und Verhaltensweisen mit sich führen.
2.1 Das Erleben von Gefühlen
Die Individualität eines jeden Menschen ist ausschlaggebend dafür, das jeder Emotionen auf seine ganz persönliche Art empfindet. Man bezeichnet dies auch als die „subjektive Komponente“ von Emotionen. Dieses Gefühl unterscheidet Emotionen von anderen Zuständen wie z.B. Gedanken. Die Frage aber, welche die Wissenschaft in diesem Zusammenhang interessiert ist, wie dieses Gefühl und seine spezifische Qualität zustandekommt. Kann man das Erleben von Gefühlen darauf zurückführen, das Bewußtseinselemente existieren, die nicht weiter analysierbar sind, wie das Erleben von Lust oder ist es vielmehr das Empfinden von physiologischen Veränderungen oder zwingenden Impulsen, die uns Handeln lassen. Eine eindeutige Antwort auf diese Frage ist hier noch nicht getroffen worden.
3 Farbe
Was ist nun eigentlich Farbe? Im ersten Augenblick wohl eine leicht Frage, doch ist es vielleicht bei näherer Betrachtung gar nicht so leicht, dies genauer zu erläutern. Wir arbeiten damit, wenn wir Räume renovieren, doch vielmehr ist dies ein Farbstoff, den wir auftragen; Pigmente, die durch ein Bindemittel auf die Wand gebracht werden. Doch es gibt auch Farben, die nicht diesem Prinzip folgen. Schauen wir in den Himmel, sehen wir blau. Dies geschieht durch die Ablenkung der Lichtwellen vor einem lichtlosen Raum. Die kurzen Lichtwellen des Blaus werden leichter durch die Molekularteilchen abgelenkt, als langwelligere und so erscheint unser Himmel blau. Lichtwellen bewegen sich in einem Bereich, der zwischen vierhundert und achthundert Nanometern liegt, also nur einen geringen Teil der Wellen abdeckt, die täglich auf uns einströmen. Doch dies ist das Fachgebiet eines Farbmetrikers und soll uns hier nicht weiter interessieren, denn das Geheimnis oder
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besser die Beziehung Mensch und Farbe liegt tiefer als das es der Ablauf des „Sehens“ allein darstellen kann.
4 Die Farbenpsychologie
4.1 Historische Entwicklung
Der Einsatz von Farbe als psychologisches Mittel um Stimmungen und Emotionen zu beeinflusse, entstand zu dem Zeitpunkt, als der Mensch anfing, sich Gedanken zu machen um die Beziehungen untereinander, dem eigenen Wesen und seiner Umgebung. Sie dienten zum Ausdruck und zur Unterscheidung der Stämme, Gemeinschaften, Familien und Persönlichkeiten. Höhlenmalereien zeugen heute noch von der schon zu Urzeiten herrschenden Verbundenheit der Farbe mit dem Mystischen. Man findet den Einsatz von Farben in allen Religionen und Kulturen um kultische Handlungen noch zu verstärken. Man kann also sagen, das die ersten Farbpsychologen Schamanen und Priester waren. In Babylon wurden den Planeten entsprechende Farben zugeordnet. Im alten Ägypten hatten die Gottheiten bestimmte Farben. So war Gold die Farbe des Sonnengottes Ra, Seth als gefährlicher Gott Rot und Amun, dem Mystische, wurde die Farbe Blau zugeschrieben. Auch in der Bibel werden Farben symbolisch eingesetzt. In der Offenbarung des Johannes liest man von roten, schwarzen und weißen Pferden, die für Krieg, Gerechtigkeit und Tod stehen.
Im antiken Griechenland legte Hippokrates mit seiner Viersaftlehre, die dem Blut die Farbe Rot, der Galle Schwarz und Gelb und dem Schleim die weiße Farbe zuordnet, den Grundstein der Medizin der nächsten 2000 Jahre.
Im europäischen Raum geriet die Nutzung von Licht und Farbe dann aber mehrere Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst mit der Farbenlehre Johann Wolfgang von Goethes begann man sich wieder mit der Erforschung und der Bedeutung von Farbe zu befassen. Sie ist heute noch eine Grundlage der modernen Farbtherapie. Aber erst im letzten Jahrhundert fing man an den wirklichen Stellenwert der Farbpsychologie und - therapie zu realisieren. Wesentlich dazu beigetragen haben unter anderem Joseph von Frauenhofer, Nils Ryberg Finsen und Rudolf Steiner.
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Tobias Krumscheid, 2000, Farbe um uns, Farbe in uns, München, GRIN Verlag GmbH
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