I
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Standortproblematik 1
2. Bedeutung des Standortes und dessen Faktoren 2
2.1. Einteilung der Standortfaktoren. 3
2.2. Standortfaktor Arbeitskräfte 4
3. Angebot an Arbeitskräften 5
4. Qualifikation der Arbeitskräfte 6
5. Kosten der Arbeitskräfte 8
5.1. Sozialversicherungsabgaben. 9
5.1.1. Sozialversicherungsabgaben Westdeutschland / Baden-Württemberg. 9
5.1.2. Sozialversicherungsabgaben Österreich 12
5.2. Vorschriften der Tarifverträge / Kollektivverträge 13
5.2.1. Tarifvertrag IG-Metall 14
5.2.2. Kollektivvertrag der Gewerkschaft Metall - Textil (GMT) 16
5.3. Arbeitskosten in der verarbeitenden Industrie 2000 18
5.4. Vergleichsrechnung: Direktentgelte und Sozialversicherungsabgaben. 19
6. Zusammenfassender Vergleich und Ausblick 20
Abbildungs - oder Darstellungs- und Abkürzungsverzeichnis II
Literaturverzeichnis III
Anhang I: Schematische Darstellung der Schulsysteme VII
Anhang II: Aktuelle Sozialversicherungsbeitragssätze 2002 IX
Anhang III: Tätigkeitsmerkmale in der Metallindustrie X
Anhang IV: Mindestgehälter der technischen Angestellten (Metallindustrie) XII
Anhang V: Ehrenwörtliche Erklärung XV
Abbildungs- oder Darstellungsverzeichnis
Abb. 1 Einteilung der Standortfaktoren..........................................................................3
Abb. 2Einteilung des Standortfaktors Arbeitskräfte .......................................................4
Abb. 3 Arbeitslosenquoten..............................................................................................5
Abb. 4 Ausbildungszufriedenheit der Gesamtwirtschaft ................................................6
Abb. 5 Produktivität ........................................................................................................7
Abb. 6 Lohnkosten. .........................................................................................................8
Abb. 7 Lohnstückkosten .................................................................................................9
Abb. 8 Lohnfortzahlung bei Krankheit in Österreich...................................................16
Abb. 9 Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfall oder Berufskrankheit in Österreich...........17
Abb. 10 Arbeitskosten, Direktentgelt und Personalzusatzkosten.................................18
Abb. 11 Vergleichsrechnung der Direktentgelte und Sozialversicherungsabgaben.....19
Abb. 12 Darstellung des Österreichischen Schulsystems. ...........................................VII
Abb. 13 Darstellung des Deutschen Schulsystems. ................................................... VIII
Abkürzungsverzeichnis
AMS = Arbeitsmarkt-Service
BGB = Bürgerliches Gesetzbuch
BIP = Bruttoinlandsprodukt
BPD = Bundespressedienst
ESVG = Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen
EU = Europäische Union
GMT = Gewerkschaft Metall-Textil
Hrsg. = Herausgeber
IG-Metall = Industriegewerkschaft Metall
1. Einführung in die Standortproblematik
Durch die voranschreitende Globalisierung und die weltweite Kapitalmobilität ist die Diskussion um den Wirtschaftsstandort nicht neu. Schon früher tauchte bei konjunkturellen Schwächen und zunehmender Arbeitslosigkeit immer wieder die Frage nach der Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes auf dem Weltmarkt auf.
Hohe Löhne, kurze Maschinenlaufzeiten, Abgaben- und Auflagenlast, sowie die ständig zunehmende Konkurrenz aus Billiglohnländern machen dem Standort Deutschland schwer zu schaffen. Die Frage nach der Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit Deutsch-lands beginnt allerdings schon bei den Nachbarländern. Warum findet z.B. ein Teil der Produktion des Automobilherstellers BMW in der Steiermark in Österreich statt? Hat die Bedeutung von „made in Germany“ an Kraft verloren? Die Einführung des Euro am 01.01.1999 verstärkt zusätzlich die Vergleichbarkeit und bietet somit eine bessere Preistransparenz der Länder.
Als besonders gravierender und hoch zu bewertender Standortfaktor werden immer wieder die arbeitsbezogenen Kosten aufgezählt. Die Arbeitskosten machen in den meisten Unternehmen einen großen Anteil von den Gesamtkosten aus und sind somit entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Ziel dieser Studienarbeit soll es sein die arbeitsbezogenen Standortfaktoren aus der Sicht der Arbeitgeber in Österreich und Baden-Württemberg zu vergleichen.
Vom Verfasser wurde bewusst Baden-Württemberg und nicht Deutschland als Vergleich zu Österreich gewählt, da durch die Wiedervereinigung mit der ehemaligen DDR das E rgebnis verfälscht wäre. Diese Verfälschung käme durch den zusätzlichen Kostenaufwand und gewisse Sonderregelungen für Ostdeutschland zustande. Die Daten und Fakten verschiedener Länder sind mittlerweile an die Europäische Union (EU) vollständig auf nationaler Ebene angepasst. Diese Anpassung ist aber nur zum Teil auf Bundesländerebene EU-harmonisiert worden. Teilweise wird eine Unterteilung Deutschlands nach West- und Ostdeutschland vollzogen und deshalb setzt der Verfasser bestimmten Punkten B aden-Württemberg mit Westdeutschland gleich. Beim Vergleich von Österreich und B aden- Württemberg konzentriert sich der Autor zuerst auf die allgemeinen Standortfaktoren, und
wird später im weiteren Verlauf speziell den Vergleich von technischen Angestellten in der Metallindustrie heranziehen.
Bedeutung des Standortes und dessen Faktoren 2.
Der Standort eines Unternehmens wird als geografischer Ort gesehen, an dem das Unternehmen seine Produktionsfaktoren einsetzt. 1 Für die meisten Unternehmen ist die Stand-ortwahl eine freie Entscheidung, allerdings gibt es Unternehmen, die aufgrund der A bhängigkeit der Produktion an einen Standort gebunden sind, z.B. Bergbauunternehmen oder Kiesgruben. 2 Die Frage nach Standortentscheidung stellt sich bei Gründung, Stand-ortverlagerung oder Standortspaltung eines Unternehmens. 3 Unabhängig aus welchem Anlass die Standortfrage gestellt wird, zieht diese kapitalintensive und zeitlich gebundene Konsequenzen nach sich. Deshalb stellt die Festlegung des Standortes für ein Unternehmen eine konstitutive Entscheidung dar, sie ist ähnlich wie die Rechtsformwahl nur sehr schwer revidierbar.
Bedeutend für den Standort des Unternehmens ist der Grad der geografischen Zentralisierung bzw. Dezentralisierung. Hierbei erfolgt die räumliche Strukturierung in drei Dimensionen. 4
Ø (Inter)national: Welcher Staat kommt in Frage?
Ø Regional: Für welche Region?
Ø Lokal: In welcher Stadt und Straße?
Standortfaktoren sind Determinanten, welche die Wahl eines „optimalen“ Standortes maßgeblich beeinflussen. Bei der Vielfalt der Standortfaktoren müssen allerdings Unterschiede beachtet werden. Es wird zwischen limitationalen und substitutionalen Standort-faktoren unterschieden. Limitationale Standortfaktoren sagen aus, dass gewisse Standort-anforderungen auf jeden Fall erfüllt sein müssen. Substitutionale Standortfaktoren sind dadurch gekennzeichnet, dass eine ungünstige Eigenschaft eines Faktors durch eine güns-
1 Vgl.Thommen (1998), S. 92.
2 Vgl. Jung (2000), S. 58 f.
3 Vgl. Wöhe (2000), S. 338.
4 Vgl. Schierenbeck (2000), S. 43.
tige Eigenschaft eines anderen Faktors kompensiert werden kann. 5 Die Bedeutung und Wichtigkeit der einzelnen Faktoren hängt allein von der Einschätzung bzw. Bewertung des Standortsuchenden ab.
Ebenfalls findet eine Unterscheidung zwischen nationalen, regionalen und lokalen Stand-ortfaktoren statt. So gibt es nationale Komponenten, die direkt auf die regionalen und lokalen Standortbedingungen einwirken, wie z.B. die Gesetzgebung eines Landes. So ist u.a. zu beachten, dass die Vorschriften der Sozialversicherung Deutschlands implizit für Baden-Württemberg gelten. Es treten aber auch nationale Standortfaktoren auf, die nur zum Teil auf die regionalen und lokalen Standortbedingungen Einfluss nehmen, z.B. die nationalstaatlich geschaffene regionale und lokale Förderpolitik. 6 Ein weiteres Beispiel sind die von den Gewerkschaften festgelegten Tarifverträge mit Gültigkeit auf eine b estimmte Region.
2.1. Einteilung der Standortfaktoren
- Grund und Boden - Absatzmöglichkeiten - Steuern - Materialversorgung - Konkurrenz - Gebühren
- Arbeitskräfte - Kunden - öffentliche Förderung
- Infrastruktur
- Umwelt
Abb. 1 Einteilung der Standortfaktoren in Anlehnung an Jung (2000), S. 60.
5 Vgl. Schierenbeck (2000), S. 46.
6 Vgl. Schierenbeck (2000), S. 47.
2.2. Standortfaktor Arbeitskräfte
Ein besonders wichtiger Faktor bei der Standortentscheidung stellen die Arbeitskräfte dar. Nicht zuletzt sind die Lohnkosten eine entscheidende Größe bei der Gestaltung des Produktpreises. Stehen die Kosten in einem schlechten Verhältnis zu Qualität und Produktivität ist die Wettbewerbsfähigkeit fraglich. Aufgrund dieser Tatsache möchte der Autor diesen Standortfaktor in dieser Arbeit genauer erläutern. Dabei wird die folgende Aufteilung des Faktors vorgenommen.
Abb. 2 Einteilung des Standortfaktors Arbeitskräfte, eigene Darstellung in Anlehnung an Thommen (1998), S. 95.
Bei dem Angebot an Arbeitskräften ist zu prüfen, ob innerhalb einer gewissen Region des Standortes eine ausreichende Zahl an Arbeitskräften vorhanden ist. Bei der Qualifikation der Arbeitskräfte ist zu beachten, ob die vorhandene Zahl an Arbeitskräften die nötige Qualifikation und Produktivität mit sich bringt. Letztendlich mitentscheidend sind die Kosten der Arbeitskräfte, hinter denen sich Direktentgelte und Personalzusatzkosten v erbergen. 7
Die Einteilung des Faktors Arbeitskräfte soll ferner aufzeigen, dass Angebot, Qualifikation und Kosten der Arbeitskräfte eng miteinander verbunden sind. Unternehmen die höhere Löhne bezahlen finden leichter qualifizierte und ausreichend Arbeitskräfte. 8
7 Vgl. Jung (2000), S. 63 f.
8 Vgl. Thommen (1998), S. 95.
3. Angebot an Arbeitskräften
Österreich hat eine Fläche von 83.859 km 2 und eine Einwohnerzahl von 8.102.600. Die Erwerbstätigenzahl lag im Jahr 2000 bei 3.917.700, was einer Erwerbstätigenquote von 48,3 % entspricht. 9 Im Vergleich dazu weist Baden-Württemberg eine Größe von 35.751 km 2 und 10.476.000 Einwohner auf. Die Zahl der Erwerbspersonen im Jahr 2000 lag bei 4.910.000 und somit ergab sich eine Erwerbstätigenquote von 49,4 %. 10
Bei einer fast identischen Erwerbstätigenquote in Österreich und Baden-Württemberg ist nun der Vergleich der Entwicklung und der Arbeitslosenquote interessant. Dabei wird für beide Länder die vergleichbare Arbeitslosenquote herangezogen, bei der alle abhängig beschäftigten zivilen Erwerbspersonen, d.h. ohne die Selbstständigen, zu Grunde gelegt werden.
Abb. 3 Arbeitslosenquoten, eigene Darstellung in Anlehnung an die Wirtschaftskammer Österreich, in http://wko.at und das Statistische Landesamt, in http://statistik.baden-wuerttemberg.de.
Vergleicht man die Arbeitslosenquote im Zeitraum von 1996 - 2001, wird deutlich, dass Österreich bis zum Jahr 2000 immer eine niedrigere Arbeitslosenquote hatte wie Baden-Württemberg. Dagegen stieg in Baden-Württemberg die Arbeitslosenquote im Jahr 1997 auf ihren Höchststand mit 8,7 %. Danach ist aber in jedem Jahr eine stufenweise reduzierte Arbeitslosenquote erkennbar. Hingegen stellt sich bei Österreich von 1996 - 1998 eine
9 Vgl. Wirtschaftskammer Österreich, in http://wko.at/statistik/jahrbuch/kap03_d2001.pdf, Ausdruck vom
05.02.2002 liegt dem Verfasser vor.
10 Vgl. Statistisches Landesamt (2001), S. 2.
Arbeit zitieren:
Stefan David, 2002, Vergleich des Standortfaktors Arbeitskräfte aus der Sicht der Arbeitgeber in Österreich und Baden-Württemberg, München, GRIN Verlag GmbH
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