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Schneider, Robert - Schlafes Bruder - Charakterisierung des Elias

Referat / Schulaufsatz, 2001, 4 Seiten
Autor: Yvonne Bormes
Fach: Deutsch - Literatur, Werke

Details

Institution/Hochschule: Gymnasium
Tags: Schneider, Robert, Schlafes, Bruder, Charakterisierung, Elias
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2001
Seiten: 4
Note: 1
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V104140
ISBN (E-Book): 978-3-640-02509-1

Dateigröße: 51 KB


Volltext (computergeneriert)

Autorin: Yvonne Bormes

 

 

Charakterisierung des Elias aus ,,Schlafes Bruder" von Robert Schneider

 

 

Johannes Elias Alder wird1803 in dem Bergdorf Eschberg in Vorarlberg geboren. Dort gibt es nur zwei Familienstämme: die Alder und die Lamparter. Aufgrund dessen sind fast alle Kinder, die dort zur Welt kommen, Inzuchtgeschädigte. Es wimmelt nur so von Mongoloiden, Wasserköpfen und Schwachsinnigen. So ist jede Frau froh, wenn sie ein gesundes Kind zur Welt bringt.
Elias ist ein uneheliches Kind, sein Vater ist Kurat Benzer. Doch schon bei seiner Geburt zeigen sich die ersten Komplikationen: Eelias` Herz will nicht schlagen. Ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass Gott ihn vor dem Leben bewahren möchte, das die Natur für ihn vorgesehen hat? Aber die Hebamme schüttelt ihn so lange und singt ein Tedeum, bis sie das erste Herzklopfen vernimmt.
Als sich die Familie im kleinen Kreis in der Kirche zur Taufe versammelt hat und die Orgel zu spielen beginnt, schreit Elias, denn er hört zum ersten Mal diese wunderbaren Klänge. ,,Er jubiliert über die Entdeckung der Musik." (S.29). Doch bereits zu dieser Zeit hat der Vater Angst vor seinem Sohn. An der seltsamen Stimme will er erkennen, dass der Teufel sein Spiel mit ihm treibt.
Die ,,gläserne Stimme " des Elias dauert noch die ersten Jahre seiner Kindheit an. Wenn er spricht oder singt, was er für sein Leben gern tut, dringt nur ein hoher Pfeifton aus seinem Mund. Seine Mutter ist darüber so sehr beschämt, dass sie ihm das Singen Verbieten möchte. Auf Drängen ihres Sohnes willigt sie jedoch ein, dass er seine Lieblingsbeschäftigung zur Nachtzeit fortsetzen darf, wenn ihm niemand zuhört.
Mit fünf Jahren erlebt der Junge ein Wunder, das sein ganzes Leben prägen und ihn schließlich zur Verzweiflung bringen wird. In der Früh hat er das Gefühl, von einer höheren Macht gerufen zu werden. Wie magnetisch angezogen folgt er ihr zu seinem Lieblingsplatz, einem rund gewaschenem Stein nahe des Flüsschens durch dieses Tal. Dieser Stein sieht aus, als ob Gott dort seinen Fußabdruck hinterlassen hätte. Ein Zeichen der Vorbestimmung?
Auf diesen Stein legt sich Elias- nackt - wie in Trance. Was dann geschieht, ist unerklärlich: Sein Körper verändert sich, wird der eines Mannes, sein Gesicht wird entstellt, seine Iris färbt sich gelb. Doch das Erstaunlichste ist: Er hört plötzlich alle Geräusche, die Natur in sich birgt, ja sogar die seines Körpers. Zudem dreht sich die Welt, das ganze Himmelszelt. Heutzutage würde man aufgrund eines Solchen Berichts auf Drogenkonsum schließen, doch in der damaligen Zeit lässt sich dies nur mit einem Wunder erklären!
Die nächsten fünf Jahre werden für Elias zur Qual. Er wird vor de Öffentlichkeit in seinem kleinen Kämmerchen versteckt, wo er verwahrlost. Liebe bekommt er von Seiten der Eltern nicht zu spüren, da sie ihn fürchten und sich für ihn schämen. Die Mutter unternimmt mit ihrer Freundin sogar gefährliche und schmerzhafte Versuche, damit er sein e ursprüngliche Augenfarbe wiederbekommt. Auch wenn sein Vater nicht viel redet, so liebt er Elias doch auf seine Art. Jedoch konnte er seine Gefühle noch nie gut ausdrücken.
So wächst Elias isoliert von dieser eigensinnigen, lieblosen Gesellschaft auf, die ihn umgibt, ohne Kontakt zur Au0enwelt. Die hänselnden Kinder vor seinem Fenster verscheucht er mit markerschütternden Schreien. Nur einer kommt jeden Tag treu und fasziniert Peter:, sein Cousin. Das ist das erste Mal, dass Elias eine Art von Liebe erfährt. Sie reden nicht miteinander, aber Elias ist nicht länger allein. Mit dem religiösen Denken eines Dorfbewohners könnte man sich fragen, warum Gott nicht so gnädig ist und Elias einen Freund schickt, der seinem Wesen wenigstens ein bisschen ähnlich ist. Die einfache Antwort lautet: Es ist unmöglich! Elias ist ein außerordentliches Individuum, an dessen Begabungen und Charakterzüge niemand auch nur im entferntesten heranreicht. Elias ist ein Genie, auch wenn er das noch nicht begreift.
Eines Abends liegt Elias auf seiner Schlafstätte, als ihm ein stechender Schmerz ins Herz fährt. Das Mädchen, das zu lieben mit einer unmenschlichen Kraft die Natur ihm vorbestimmt hat, ist geboren: Elsbeth Alder. Das erste Mal hat er ihr Herzklopfen auf jenem gewissen Stein der Verwandlung gespürt.
Mit zehn Jahren darf der Junge endlich die Schule besuchen und wird ein eifriger Schüler. Die Dorfbewohner gewöhnen sich langsam an die abschreckende Gestalt des frühreifen Kindes, auch wenn viele ihn aufgrund ihres stark ausgeprägten Aberglaubens für einen Dämonen halten.
Elias fällt vor allem durch seine tiefe Bassstimme auf und so beginnt er an seinem Lieblingsort an seiner Stimme zu feilen. Er kann in allen Tonlagen des Chores singen, jede Tonhöhe erreichen. Eines Tages erlangt er sogar Tierfrequenzen im Ultraschallbereich. Die Tierwelt läuft völlig verstört zusammen.
Durch dieses Ereignis wird die schon bestehende Naturverbundenheit des Elias noch verstärkt. Die Natur hat ihn zu ihrem Verbündeten gemacht, indem sie ihm die Fähigkeit gegeben hat, mit Tieren reden zu können. Sein empfindliches Gehör kann sogar dem Fall der Schneeflocken lauschen.
In der Naturliebe ist er einzigartig in seinem Heimatdorf. Schon allein mit der Errichtung dieses Dorfes vollzogen die Menschen eine Trennung von der Natur. Nun herrscht ein ewiger Kampf um diesen Platz. Doch die eigensinnigen Bewohner geben nicht auf. Auffällig ist auch ihre Grausamkeit Tieren und teilweise auch ihren Mitmenschen gegenüber. Besonders bei Peter lässt sich ein gieriges Lechzen nach Gewalt erkennen. Also kein Wunder, dass sich Elias stets fehl am Platz fühlt. Er ist ein humaner, friedfertiger Mensch, der keiner Fliege etwas zu Leide tut.
Da in der Kirche alle Frauen von seiner Stimme irritiert werden, wird ihm das Singen verboten und er darf als Blasebalgtreter dienen, wobei er dem Orgelspieler über die Schulter schauen kann. Auf Elias Bitte hin, weigert er sich, ihm diese Kunst beizubringen. Er ist wahrscheinlich mit der einzige Mensch, der Elias` Talent sofort erkennt. Er befürchtet von seinem Schüler übertrumpft zu werden. In seinem Wahn versteckt er sogar den Kirchenschlüssel. Elias findet ihn jedoch immer und kommt selbst hinter das Geheimnis des imposanten Instruments. Er spielt ihm bekannte Kirchenlieder und verändert sie mit eigenen Improvisationen. Der alte Orgelspieler säuft sich im Frust darüber zu Tode.
Wenn Elias Orgel spielt, spielt er nur für Elsbeth. Er improvisiert im Gleichtakt mit ihrem Herzschlag. Seine wildesten Kompositionen sind von Liebe gezeichnet. Das ist einzigartig in Eschberg. Zwar hat dort alles seine Ordnung, jeder ist verheiratet; aber unter dem äußersten Deckmantel in Form von Sittlichkeit, kommt die triebhafte Sexualität zu Tage. Jeder treibt es mit jedem, die Väter vergehen sich an den eigenen Töchtern... Elias lebt in seiner eigenen Welt und bekommt von diese tierischen Verhalten nicht viel mit, bis Peter ihn zu einem gemeinen Vorhaben mobilisiert. Da Elias alle Stimmen der Dorfbewohner imitieren kann, wird er von seinem Freund gezwungen, sich für den Geliebten einer Frau, Berga, die ,,Dorfhure", auszugeben und ihr zu befehlen, sich auszuziehen. Sie lässt dies und andere Demütigungen aus Liebe über sich ergehen. Die nächsten Tage liegt Elias wegen seiner Gewissensbisse krank im Bett und tritt erst wieder den Weg der Genesung an, als sein Vater ihm Besserungswünsche von Elsbeth überbringt.
Das Tragische am Leben des Elias ist, dass seine Wünsche fast nie in Erfüllung gehen, so dass er letztendlich den Glauben an Gott verliert. Wenn jemand immer wieder vom Leben enttäuscht wird, fragt er sich schließlich zu Recht, weshalb er jenes überirdisches Wesen anbetet, wenn es ihm in keiner Weise entgegenkommt.
Als ob Gott diese Klage erhört hätte, befreit er Elias von seiner größten Qual: der unerfüllten Liebe zu Elsbeth, die durch ihre Heirat für ihn unerreichbar geworden ist. Doch damit nimmt er auch den Sinn aus Elias` Leben und hinterläßt nichts außer einer tristen Leere. Nichts macht dem jungen Menschen mehr Spaß, seine früheren Vergnügen scheinen langweilig geworden zu sein. Das Orgelspielen sieht er nur mehr als Pflicht, das Geschrei der Schulkinder, die er unterrichtet, geht ihm auf die Nerven. Mit der Liebe ist ihm ein Teil seiner Persönlichkeit entrissen worden.
Erst beim Feldberger Orgelfest gelingt es ihm, durch sein Orgelspiel seine Liebe zu Elsbeth wie in Ekstase wieder aufleben zu lassen. Doch dies ist zugleich sein Todesspruch.
In seiner geistigen Verwirrung erinnert er sich an einen Prediger, der einst nach Eschberg gekommen ist, um zu verkünden, dass nur der wirklich liebt, er immer liebt. Immer lieben heißt jede Sekunde dafür verwenden, auch die Nacht statt für den eigennützigen Schlaf. So beschließt der Irre, seine wahre Liebe zu beweisen und macht sich auf zu einer Woche ohne Schlaf, woran der 22jährige qualvoll verendet. Peter beerdigt ihn wenige Schritte von de, wunderbaren Stein entfernt und ritzt ein E in einen Baum, ein letzter Liebesbeweis.
Als Elsbeth viele Jahre später an diese Stelle kommt, muss sie mit Erstaunen feststellen, dass der Stein verschwunden it. Hat Gott ihn weggenommen, um Elias Geschichte vergessen zu lassen, als Bestätigung seines Versagens in diesem Falle? Oder will er verhindern, dass noch einmal so etwas geschieht? Hat er einen Fehler eingesehen, oder ist sein Bedürfnis nach Aufruhr der Menschheit befriedigt? Oder hat gar die Natur den Stein fortgeschwemmt, damit niemand mehr in ihren Ablauf eingreifen kann? ...


Kommentare

Lige
14.10.2001 11:44:19
hey, cool deine hausarbeit, dass sie sogar auf der offiziellen Site vom Buch aufgeführt wird. herzlichen glückwunsch.. http://www.djds.de/schlafes.htm
Johan
09.02.2002 17:24:46
ich bin ein Student von Antwerpen (Belgien) und deine Zusammenfassung ist was ich suche !!! Vielen Dank :) Tschus
Michael
19.02.2002 21:09:39
Leider ein ziemlich schwacher Ausdruck und der Sinngehalt ist eher dürftig. Schade eigentlich
Paul Linze
07.03.2002 15:29:27
Bei dieser Charakterisierung fehlt mir die nötige Interpretation.Es gibt sehr viele Einschnitte und Geschehnisse, die das Leben des Johannes Elias Alder prägen und verändern.Ich denke man müsste darauf näher eingehen, was bei einer Charakterisierung eines solchen Protagonisten selbstverständlich nicht einfach ist.Bei dieser Arbeit fehlt mir insbesondere die Begegnung des JEA mit Gott in der Kirche(S.146-148), denn Gott zieht wie ein roter Faden seine Bahnen in diesem Roman.Trotzdem habe ich Respekt vor einer solchen Art von Arbeit aber ich Glaube an meiner Schule hat man damit keine Chance in die Nähe von 13 Punkten zu kommen. mfG
mizi
13.03.2002 19:44:07
das ist doch niemals eine charakterisitk, sondern nur eine nacherzählung der geschichte von und um elias. thema verfehlt. 0 punkte.
Jessica liebich
17.04.2002 15:02:13
Der Text, den Yvonne verfasst hat, weißt viel Mängel auf!zu einem behinhaltet der text keine Textbezüge!sie schreibt alles ohne es zu belegen! Außerdem weiß einer, der das Buch nicht gelesen hat manschmal gar nicht um welche Parsonen es hier geht! z.B. als sie beschreibt, dass Elias das Orgelspiel von ihm lernen will...ich weiß das oskar alder die person ist !Ein weiterer Aspekt ist, dass genug auf Elias eingeht, sie beschreibt ihn wie schon gesagt , sehr oberflächig!Sie müsste mehr auf die Beziehungen der einzelnen Personen zu Elias eingehen!
Abiturientin
23.04.2002 10:50:30
ganz okay, reicht aber nicht für ne anständige Analyse
Afizia
21.04.2002 13:48:38
das ist meiner meinung nach keine Charakterisierung sondern eine Inhaltsangabe aber ich kann mich natürlich auch irren
clarissa
08.09.2002 10:31:42
ich finde, dein beitrag ist eine gelungene zusammenfassung des buches aber keine charakterisierung des elias. dafür fehlt die deutung, die ich nur ansatzweise im letzten satz finden kann, das müsste noch mehr ausgeführt werden. ansonaten berichtest du nur, was im roman geschieht, was elias tut usw. vielleicht eine andere überschrift wählen???
Phillip Apeldorn
08.09.2002 13:38:13
Eine gelungene Charakterisierung!
birgit
08.09.2002 20:36:44
hallo yvonne, hab grad deine "Hausaufgaben" gelesen und finde daß du alles sehr schön auf den punkt gebracht hast.toll ausgedrückt und gut geschildert!hey, stell das doch mal unter "contact" bei www.andre-eisermann.de ! vielleicht kriegst du resonanz, wer weiss!?wenn ICH das als wormser toll finde,...dann ANDRE sicher auch;-) herzlichst, birgit aus worms
-
15.12.2002 17:08:07
für eine charakterisierung fehlt eine vernünftige einleitung und ein schluss.. keine gliederung erkennbar, schade, hätte gedacht dass ich ein lk ergebnis gut für meine gk klausur hätte benutzen können.. und das war wirklich eine 1???
Chrstian
29.07.2003 20:03:51
Hallo Yvonne Bormes, ich will nicht deine Arbeit bewerten! Ich habe über Google nach "Yvonne Bormes" gesucht und bin hier gelandet. Ich habe dich vor einigen Jahren im Urlaub kennengelernt. Ich heiße Christian Eisenhut. Wenn du aus Karlsruhe bist, dann bist du die, die ich meine! Ich hoffe, du kriegst die Mail hier auch. Bitte um Antwort. christian
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