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Edgar Allen POE und Arthur Conan DOYLE
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1.1. Entstehung des Detektivromans 1
1.2. Abgrenzung zum Kriminalroman 2
1.3. Merkmale des Detektivromans 3
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2.1. Edgar Allan Poe 7 2.2. „Auguste Dupin” 8
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3.1. Arthur Conan Doyle 9 3.2. „Sherlock Holmes“ 10
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1.1. Entstehung des Detektivromans
Den Ursprung des Detektivromans und des Kriminalromans allgemein kann man mit Beginn des 18. Jahrhundert sehen, wo Prozeßakten zunehmend literarisch aufgearbeitet wurden. Das hing vor allem mit der Einführung des Indizienverfahrens zusammen, das nun an die Stelle der Urteilsverkündung durch Geständnisse trat. Es fand eine Beweisführung durch Indizien statt, zuerst in England und Frankreich, womit eine Detektivarbeit notwendig wurde.
Der Detektivroman entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert vor allem im angelsächsischen Gebiet, breitet sich aber auch in Frankreich und Deutschland aus. Deutsche Vertreter sind Heinrich von Kleist („ Der Zweikampf“, 1810), Ernst Theodor Amadeus Hoffmann („ Das Fräulein von Scuderi“, 1820) und Theodor Fontane („ Unterm Birnbaum“, 1885).
1.2. Abgrenzung zum Kriminalroman
Der Detektivroman ist eine Sonderform des Kriminalromans und wird z.T. als Abkömmling des Geheimnis- oder Schauerromans bezeichnet.
Bei dem Kriminalroman geht es um die Darstellung eines Verbrechens und seiner psychologischen und soziologischen Ursachen, während es beim Detektivroman um die Entlarvung eines Täters durch einen Detektiv geht.
Den Unterschied zwischen Kriminalgeschichte und Detektivgeschichte hat Richard ALEWYN sehr gut deutlich gemacht:
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„ Adam und Eva hatten zwei Söhne, Kain und Abel. Kain war ein Ackermann, und Abel war ein Schäfer. Beide brachten dem Herrn ein Opfer dar. Der Herr aber sah Abels Opfer gnädig an, Kains Opfer dagegen sah er nicht gnädig an. Darob ergrimmte Kain, und seine Gebärde verstellte sich. Und Kain redete mit seinem Bruder Abel, und da sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder und erschlug ihn.“
DETEKTIVGESCHICHTE
„ Eine Leiche wird gefunden. Wer ist es? Antwort: Abel. - Wie ist er ungekommen? Durch Gewalt. - Ein Unglücksfall? Nein. - Also Mord! Wer ist der Täter? ... Adam, Eva, Kain. Sie werden nacheinander befragt. Wer konnte zur Tatzeit am Tatort gewesen sein? Wer hatte ein Motiv zur Tat? Ergebnis: Kain allein hat kein Alibi. Er allein hat ein Motiv. Er war der Täter“
Es wird deutlich, daß der Kriminalroman eine progressive Erzählform aufweist und die Geschichte des Verbrechens erzählt, während bei dem Detektivroman die Aufdeckung des Verbrechens im Mittelpunkt steht und er durch das Aufrollen der Vergangenheit eine rückläufige (invertierte) Erzählweise innehat.
Das Thema ist jedoch gleich: es handelt sich fast immer um einen Mord, wobei lediglich die Form des Erzählens und Darstellens eine andere ist. Eindeutige Definitionen zum Kriminalroman sind nicht zu finden, während der Detektivroman festgelegte Regeln hat. Demnach läßt sich bei dem Detektivroman ein ganz bestimmtes Handlungsschema festmachen: (1) ein rätselhaftes Verbrechen wurde begangen, das meist am Anfang der Geschichte steht (2) typisch sind ein (fast) von der Außenwelt abgeschlossener Schauplatz
(3) Gegenwartshandlung, die sich mit der Vergangenheit beschäftigt und diese rekonstruiert (4)
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Ein scheinbar unmotiviertes und rätselhaftes Verbrechen und die Ermittlungsarbeit des Detektivs stehen dabei im Zentrum des Interesses.
Anders als beim Gericht, wo das Prinzip „ Jedermann ist für unschuldig anzusehen, solange nicht seine Schuld erwiesen worden ist“ herrscht, gilt im Detektivroman das umgekehrte: Jedermann ist verdächtig, solange nicht seine Unschuld nachgewiesen ist. Diese Unschuld nachzuweisen, ist die Aufgabe des Detektivs.
1.3. Merkmale des Detektivromans
Es gibt den Detektivroman und die Detektivgeschichte („ short story“ ), wobei der Roman aus der Detektivgeschichte hervorgegangen ist und erst ab ca. 1920 / 1930 verbreitet ist, an dessen Entwicklung Agatha Christie maßgeblich beteiligt ist.
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Es herrschen bei den klassischen Erzählungen die Kurzgeschichten vor. Sie weisen eine Nähe zur Novelle auf, zu einer „ unerhörten Begebenheit“ . Das kann oft ein überraschendes Ende oder ein überraschendes „ Wie?“ des Verbrechens sein. Es sind wenig Romaneigenschaften zu finden. So gibt es keine Abweichungen von der Handlung, keine anderen Erzählstränge, wenig Personen, Wiederholung der gleichen Schauplätze und somit eine geradlinige Struktur.
Die Detektivgeschichte enthält zwei Geschichten: die des Verbrechens und die der Aufklärung, wobei die erste in der Vergangenheit spielt, während die Geschichte der Aufklärung in der Gegenwart angesiedelt ist. Es kommt zu einer Vermischung beider Geschichten, so daß am Ende der Erzählung beide Stränge zusammengeführt und die Lösung und die Motive des Verbrechens dargestellt werden können. Zur Erhöhung der Spannung werden entweder falsche Spuren gelegt, Indizien verdeckt, Unschuldige in den Fall einbezogen oder die Schuldigen als unverdächtig vorgeführt. Der Spannungsbogen verläuft dabei vom Mord über die Fahndung bis zur Aufklärung, wobei dazwischen weitere kleine Spannungsbogen existieren. In der Detektivgeschichte herrscht die Geheimnis- oder Rätselspannung vor, nämlich die Frage: „ Wer hat was gemacht?“ , während die sogenannte Zukunftsspannung („ Wie geht es weiter?“ ) im Hintergrund steht.
Im Zentrum der Detektivgeschichte / des Detektivromans steht der DETEKTIV, dem mit Hilfe seiner Intuition und seiner kombinatorischen Fähigkeit „ in mühevoller Kleinarbeit eine schlüssige Rekonstruktion des Tathergangs und die Überführung des Täters“ (DUDEN, Literatur, 1989) gelingt. Er stützt sich dabei auf Indizien und Spuren, die er mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen verarbeitet. Sie dienen außerdem zum Aufbau der Spannung.
Der Detektiv ist der Vertreter innerhalb der Erzählung und eine neutrale Person, die nicht voreingenommen ist und dem Opfer und dem Täter nicht nahe steht. Seine Aufgabe ist es, den Fall zu ermitteln und darzulegen, wobei er die Möglichkeit des scheinbar Unmöglichen nachweist und die Abweichung vom Normalen registriert.
„ ’Zeigen Sie mir, wie das Unmögliche möglich sein kann’, sagt M. Bouc zu Hercule Poirot, und dieser antwortet: ‚Das ist gut gesagt. Das Unmögliche kann nicht passiert sein, daher muß das Unmögliche möglich sein, wie immer es aussieht.’“ (ALEWYN, 1968 / 1971, S. 71)
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Er nimmt oft eine Außenseiterstellung ein und sticht meist durch besondere Eigenschaften, wie z.B. kombinatorisches Denken und Logik, hervor. Dennoch ist er kein Held, sondern vielmehr ein Exzentriker, der besser als die Polizei sein will. Der klassische Detektiv ist ein gesellschaftliche Isolierter.
Die Gemeinsamkeit zwischen Detektiv und Leser besteht darin, daß beide unabhängig voneinander Schlüsse ziehen können, der Leser jedoch keine Nachforschungen anstellen kann. Das bleibt dem Detektiv vorbehalten.
Eine wichtige Rolle innerhalb der Geschichte nimmt der ERZÄHLER ein. Er ist derjenige, der am Anfang im Gegensatz zum Leser alles weiß und bestimmt, wann der Leser welche Informationen erhält. Er treibt mit dem Leser ein Versteckspiel, weil er die relevanten Fakten so gut tarnt, daß sie nicht zu einer vorzeitigen Aufklärung des Falls benutzt werden können. Dies erhöht die Spannung auf die Lösung und ist das wichtigste Kriterium für die Unterhaltung. Im Verlaufe der Geschichte verwandelt sich so für den Leser Unbekanntes in Bekanntes, und es verringert sich der Abstand zwischen Erzähler und Leser. Am Ende hat der Leser den Erzähler eingeholt.
Der Erzähler ist der Vermittler zwischen Detektiv und Leser (z.B. Watson) und übersetzt die Spitzfindigkeiten des Detektivs in die Sprache der Leser, weshalb es sich bei dem Erzähler oft um einen Durchschnittsmenschen handelt, der intellektuell hinter dem Detektiv steht und oft einen bewundernden und einfältigen Freund des Detektivs darstellt, damit dessen Leistungen im Kontrast stehen und ihn auf eine höhere Stufe stellen.
Was die PERSONEN angeht, so ist typisch für die klassische Detektivgeschichte, daß die verdächtigen Personen einem geschlossenen Kreis („ looked room“ ) angehören. Das können z.B. Gäste einer Party, Bewohner eines Hauses, Mitglieder eines Clubs etc. sein. Diese begrenzte Anzahl von Personen ist deshalb notwendig, damit alle vorgestellt werden können und der Leser es mit einem übersichtlichen Kreis von Verdächtigten zu tun hat.
Die Personen sind jedoch nur Figuren, die nicht bis auf den Grund ihrer Psyche analysiert werden, sondern einen bestimmten Typus (z.B. vornehmer Butler mit dunkler Vergangenheit oder Mädchen aus bester Familie, aber arm und ohne Beruf) repräsentieren.
Wichtig in der Geschichte ist, daß der MORD im Bereich des Möglichen liegen muß, es sich somit nicht um ein romantisches Märchen handeln darf.
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Arbeit zitieren:
Cornelia Weinreich, 2001, Der klassische Detektivroman, München, GRIN Verlag GmbH
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