1. EINLEITUNG 3
2. ASPEKTE VERÄNDERTER KINDHEIT 5
2.1. KINDER UND MEDIEN 5
2.2. KINDER UND KONSUM 8
2.3. SPIEL- UND FREIZEITVERHALTEN 10
2.4. FAMILIENSTRUKTUR/FAMILIENBEGRIFF 12
2.5. MULTIKULTURELLE GESELLSCHAFT 14
2.6. ERZIEHUNGSNORMEN UND SOZIALES VERHALTEN 16
2.7. LER-N UND ARBEITSVERHALTEN 19
2.8. BEDROHTE KINDHEIT - KINDER ALS HOFFNUNGSTRÄGER 21
3. FAZIT 23
4. LITERATURVERZEICHNIS 24
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1. Einleitung
„Früher war alles besser!“
Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Völlig gleichgültig wie alt der Absender dieses Satzes ist, er scheint immer zu stimmen. Ursprünglich verbinden wir mit solchen Aussagen evtl. unsere Großeltern, die, ob ihrer Lebenserfahrung ganze Gesellschaftssysteme miteinander vergleichen können. Doch ertappen wir uns nicht selbst auch dabei? Hat nicht jüngst sogar meine 5jährige Tochter gesagt: „Als es noch die Mark gab, war alles besser.... jetzt ist das Eis so teuer!“
Und nun im Besonderen auf das Thema Grundschule und Kindheit heute fokussiert: „Früher hat es das alles nicht gegeben!“ -Nie gab es so viele hyperaktive Kinder, von Kindern mit ADS hatte man sowieso nicht gehört. Aggression und Gewalt in der Schule? Unkonzentriertheit? Aber auch Kindesmisshandlung, - missbrauch..... gab es nicht! Die Eltern versagen, die Institution Schule versagt, die Gesellschaft versagt......??? In dieser Hausarbeit möchte ich die jeweiligen Aspekte einer veränderten Kindheit im Jahr 2002 :
o Kinder und Medien
o Kinder und Konsum o Spiel- und Freizeitverhalten o Familienstruktur/Familienbegriff o Multikulturelle Gesellschaft o Erziehungsnormen und soziales Verhalten o Lern- und Arbeitsverhalten o Bedrohte Kindheit/Kinder als Hoffnungsträger
näher durchleuchten. Die einzelnen Aspekte werde ich bezüglich meiner eigenen Wahrnehmung,, der Wissenschaft und dessen was uns der Rahmenplan Grundschule dazu sagt, bearbeiten.
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Besonders auffällig ist, dass die Wissenschaft sich häufig an negativen Veränderungen von Kindern orientiert, und sowohl die Stärken der Kinder als auch die Vorteile der veränderten Gesellschaft und der heutigen Einflüsse ins Abseits rückt. Zudem scheint es problematisch Kindheit verallgemeinern zu wollen, da jedes Kind individuell verschieden und einzigartig ist.
In der Reflexion, bzgl. dessen was die Grundschule tun kann, werde ich versuchen Möglichkeiten und Ideen aufzuzeigen, wie man mit den verschiedenen Aspekten von veränderter Kindheit und deren Auswirkungen umgehen kann. Da diese Möglichkeiten sehr weitreichend sind, stelle ich nur einige Grundgedanken und -ideen zusammen. Zudem wird noch kurz auf die recht provokante Eingangsthese eingegangen werden.
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2. Aspekte veränderter Kindheit
2.1. Kinder und Medien
Kinder in der heutigen Zeit verbringen einen großen Anteil ihrer Zeit/Freizeit mit der Nutzung von Medien. „Medien wie Fernseher, Computer, Printmedien, Walkman, Kassettenrecorder, Internet, Telefon etc. sind im Leben von Kindern ein wichtiger Faktor geworden“ 1
Einerseits scheint dieses Medium, und da ist man sich landläufig einig, unbedingt notwendig, um einmal einen guten Beruf zu erlernen, um Karriere zu machen, um weiterzukommen. Von daher ist der Umgang zur wissenschaftlichen Nutzung mit dem Computer gewünscht. Die Kinder sollen darauf eingestimmt werden, sollen den Umgang mit Lernsoftware etc. lernen. Andererseits nutzen die Kinder den Computer selbstverständlich auch zu ihrer Freizeitgestaltung, Computerspiele etc. sind sehr beliebt und viele Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages vor der Mattscheibe. Die These der sozialen Verarmung, weil man keine Kontakte mehr mit „wirklichen“ Kindern habe drängt sich auf.
„Oft ist die Freizeit von Kindern durch die Nutzung von Medien bestimmt Sie helfen bei Langeweile und Isolation, sorgen für Unterhaltung und sind fast immer verfügbar“. 2 „Durch diese Verfügbarkeit sind Kinder weniger auf andere Kinder als Spielpartner bzw. auf eine eigene Spielinitiative angewiesen“. 3
„Medien bieten Kindern den Zugang zu Informationen, die früher den Erwachsenen vorbehalten waren und die auch häufig nicht für Kinder bestimmt sind. Dadurch nehmen Kinder verstärkt am Leben der Erwachsenen teil und werden so auch mit deren Sorgen und Problemen konfrontiert“. 4
Medien machen Kinder auch zur Zielgruppe für Modetrends und führen zur Konfrontation mit Konsumgütern. Ein Hauptmedium, mit dem Kinder umgehen, ist das Fernsehen. Maria Fölling-Albers zeigt auf, dass TV-Konsum schichtabhängig ist. „Vielseher“, d.h. mehr als 4 Stunden Fernsehkonsum täglich , kommen vorwiegend aus unteren sozialen Schichten. Bevorzugt werden Unterhaltungs- und Actionfilme. Das Fernsehprogramm als Informations-und Bildungsquelle nutzen eher Kinder aus höheren sozialen Schichten. Dadurch, so Fölling -
1 vgl.Baake,1998,S.98
2 vgl. Kieper/ Paul,1999,S.44
3 vgl.Fölling-Albers,1999, S.39
4 vgl. Kieper/ Paul 1999,S.47
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Albers, „...trägt auch das Medium Fernsehen mit seinem gleichartigen Angebot für alle Kinder zu einer Ausdifferenzierung der außerschulischen Erfahrung bei“. 5 Für Grundschulkinder geht es beim Umgang mit Medien laut Dieter Baake 6 hauptsächlich um soziales und ästhetisches Lernen (Beziehungen knüpfen, „affektive Überwältigungen“ wie Filme und Soaps, Spiele). Er nennt Mediennutzung eine direkte Form der Vergesellschaftung von Kindheit. 7 Außerdem sieht er Fernsehen als soziale Wirklichkeit im Leben der Kinder an, bei der sie mitreden und einbezogen sein wollen. Deshalb interessieren sie sich, neben den eigens für Kinder konzipierten Programmen, auch für die Sendungen (Krimis, Shows) der Erwachsenen. Die oft dramatischen Inhalte dieser Sendungen bringen Kinder dazu, sich Distanzierungshilfen zu schaffen, indem sie Blut als Ketchup identifizieren und sich mit dem Gedanken an Spezialeffekte und Tricks bei allzu beängstigenden Szenen beruhigen. 8 Baake führt auch an, dass Kinder nicht „passiv und wehrlos dem Medienrausch verfallen“ (ebd S.99 ). Kinder seien in der Regel in der Lage, eigene Interessen abzuschätzen und einzubringen.
Diese Beobachtung beispielsweise ist konträr zur derzeit publizierten, dass Amokläufer in Schulen von Computerspielen und Fernsehen gesteuert sind und dem eben zitierten „Medienrausch“ verfallen seien.
Was sagt uns, als zukünftigen Pädagogen nun der Rahmenplan?
Ø „Die aktive und handelnde Begegnung mit der Umwelt wirkt dem Verlust an unmittelbarer, nicht durch Medien vermittelter Erfahrung entgegen“ 9 Ø „Der Auftrag, Kinder zum Frieden zu erziehen, erfordert angesichts der Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft der Gewaltdarstellungen in den Medien und der Gewalttätigkeiten zwischen Völkern, sie dazu zu befähigen, Konflikte und persönliche Probleme ertragen oder gewaltfrei bewältigen zu können.“ 10
Ø „...Diese Prozesse werden durch die einseitige Überflutung mit optischen und akustischen Reizen erschwert. Die z.B. in den Massenmedien von anderen ausgewählten und
5 vgl. Fölling-Albers,1999,S.39
6 vgl.Baake,1998,S. 98
7 vgl. Baake, 1998, S.94
8 vgl. Baake, 1998, S.99
9 Rahmenplan, S. 8
10 Rahmenplan, S. 8
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Arbeit zitieren:
Silke Mühl, 2002, Aspekte einer veränderten Kindheit - Veränderte Grundschule - zu den anthropologisch-psychologischen und sozio-kulturellen Voraussetzungen des Grundschulunterrichts, München, GRIN Verlag GmbH
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