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Hochhuth, Rolf - Die Berliner Antigone

Referat / Schulaufsatz, 2001, 6 Seiten
Autor: Julia Klein
Fach: Deutsch - Literatur, Werke

Details

Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2001
Seiten: 6
Note: 1/2
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V103002
ISBN (E-Book): 978-3-640-01382-1

Dateigröße: 114 KB
Anmerkungen :
Einleitung ist nicht ausführlich genug, deshalb "nur" die 1/2!



Volltext (computergeneriert)

Die Berliner Antigone von Rolf Hochhuth




Einleitung

Kaum ein anderer literarischer Stoff der Antike hat im

Lauf der Jahrhunderte eine solche Beachtung und

Verbreitung gefunden wie die ,,Antigone" des Sophokles. Das

erklärt wohl auch, dass das Thema immer wieder von

verschiedenen Autoren aufgegriffen und neu interpretiert

wurde, wie z.B. von Rolf Hochhuth, der die Berliner

Antigone schrieb.




Hauptteil
a) Inhaltsangabe

Die Handlung der Berliner Antigone, die Rolf Hochhuth 1963

geschrieben hat, spielt während des zweiten Weltkriegs:

Der Bruder der Hauptperson Anne, wird wegen angeblicher

hochverräterischer Äußerungen hingerichtet. Sein Leichnam

soll in die Anatomie einer Universität eingeliefert

werden, wo die Hingerichteten von angehenden Ärzten zu

Übungszwecken seziert wurden. Anne will dies verhindern

und entwendet den Leichnam ihres Bruders von dort. Sie

begräbt ihren Bruder auf dem Invalidenfriedhof in Berlin,

wobei sie von einer Kommilitonin beobachtet wird, die Anne

schließlich verrät.

Es kommt somit zu einer Gerichtsverhandlung, deren

Vorsitzender ausgerechnet der Vater von Annes Verlobtem

Bodo (der sich zu diesem Zeitpunkt an der Front befindet)

ist, der sie natürlich um seines Sohnes willen vor dem

Tode bewahren will. Dies führt sogar dazu, dass er Hitler

die Worte im Mund verdreht, als dieser sagt, die

Angeklagte solle ,,in eigener Person der Anatomie die

Leiche erstatten", als dieser von Annes ,,Verstoß gegen den

Führerbefehl, politischen Verbrechern das Begräbnis zu

verweigern" erfährt. Natürlich war diese Äußerung so

gemeint, dass Anne ebenfalls sterben sollte, damit die

Anatomie auf diesem Wege ihre Leiche trotzdem erhält. Der

Richter jedoch tut so, als würde er unter dieser Bemerkung

verstehen, dass Hitler der Angeklagten das Angebot macht,

die Leiche selbst wieder zurück in die Anatomie zu

bringen, um mildernde Umstände für Anne zu erreichen.

Anne behauptet, ihren Bruder auf dem Invalidenfriedhof zu

den anderen Leichen, die in ein Massengrab gebracht werden

sollten, gelegt zu haben. Dies kann aber widerlegt werden

und deshalb soll Anne die wirkliche Begräbnisstelle

bekannt zu geben. Sie weigert sich jedoch und bekommt

unter Androhung eines Todesurteils 24 Stunden Bedenkzeit.


Daraufhin schreibt Anne einen Abschiedsbrief an Bodo, in

dem sie ihm unter anderem auch von der Exekution schreibt,

aber dabei behauptet, sie fände es nicht sinnlos, zu

sterben. Außerdem verrät sie ihm die Stelle, an der sie

ihren Bruder begraben hat ­ nämlich tatsächlich auf dem

Invalidenfriedhof, aber in einer versteckten Ecke. Als

Anne den Brief an Bodo abgeschickt hat, kommt es jedoch zu

einem Bombenangriff, der die Bedenkzeit von Anne auf elf

Tage verlängert. Da Bodo davon aber nichts erfährt,

erschießt er sich in der Annahme, seine Verlobte sei zum

Zeitpunkt des Eintreffens ihres Briefes schon tot und mit

dem Wunsch, wieder bei ihr zu sein. Während der elf Tage

wird jedoch eine Zellenmitbewohnerin von Anne abgeführt

und ebenfalls exekutiert. Das hat die Auswirkung, dass

Anne auf einmal ­ trotz der andauernden Versuche, sich

davon abzulenken ­ eine riesige Angst vor dem Tod bekommt

und sich überlegt, das Angebot des Richters anzunehmen.

Durch einen Pfarrer erfährt Anne jedoch von dem Tod ihres

Verlobten. Da Anne nun durch den Selbstmord ihres

Verlobten, die Hinrichtung ihres Bruders und auch den

Selbstmord ihrer Mutter nach der Exekution ihres Sohnes,

alle Menschen, die sie je geliebt hat verloren und sich so

verlassen fühlt, hat ihr Dasein hat für sie somit keinen

Sinn mehr. Anne lässt die Exekution über sich ergehen.

b) Vergleich zu Sophokles Antigone

Personenvergleich

Antigone

Berliner

Antigone

Antigone

Anne

handelt wohlüberlegt und weiß

handelt unüberlegt und ohne an die

genau, welche Folgen ihre

möglichen Konsequenzen zu

Tat haben wird

denken

bleibt stur, hat keine Angst vor

hat trotz allem Angst vor dem Tod

dem Tod

Das einsdrang

rechtfertig die Tat mit dem gött-

lichen Recht

Polyneikes

Annes Bruder

griff die Stadt an, über die Kreon

kritisierte Hitler und wurde des-

herrschte

halb erhängt

Hitler

Kreon

für ihn steht das Urteil von Anfang

Wandlung während des Dramas: wird

an fest: Anne soll exe-

einsichtig und will das

kutiert werden

Urteil rückgängig machen

Richter


tut alles, um der Verlobten seines

Sohnes zu helfen

Haimon

Bodo

ist auf Antigones Seite und redet

hat keinen Einfluss auf die Ge-

Vater ins Gewissen

schehnisse, da er an der

Front ist

ersticht sich, als er Antigone tot

erschießt sich nachdem er Annes

auffindet

Brief bekommen hat in der

Annahme, sie sei schon tot

Antigones Tragik

Annes Tragik

sie hält lieber die ungeschriebenen

hat die Verantwortung für Bodos

Gesetze ein -> bringt ihr

Tod, da er sich wegen ihr

den Tod

das Leben nahm

fühlt sich am Ende von den Göttern

verlassen und vom Volk

verkannt

weiß aber genau wofür sie stirbt

weiß nicht, wofür sie stirbt

Inhaltsvergleich

Der auffallendste Unterschied zwischen den beiden Dramen

besteht wohl darin, das Antigone ­ wie in der Tabelle

beschrieben- niemals, auch nicht vor ihrem Tod, an der

Richtigkeit ihrer Tat zweifelt. Genau das Gegenteil zeigt

sich bei Anne: Sie kann ihr Handeln nicht mehr verstehen

und möchte am liebsten alles rückgängig machen.

Dieser Unterschied macht deutlich, dass es bei der

Berliner Antigone um Annes innere Wandlung geht, die sie

von dem Mut, gegen das Gesetz zu verstoßen über Zweifel

an ihrer Tat, die in Reue enden, bis zu der

Gleichgültigkeit ihrem Tod gegenüber führt. Sophokles

hingegen sah diese Wandlung in der Person von Kreon, der

von der Überzeugung, er habe das Richtige getan zur

Einsicht umschwankt.


Dass Kreons Umwandlung in der Berliner Antigone nicht

vorhanden ist, lässt sich durch eine Spaltung der

Kreonfigur erklären:

Hitler

Generalrichter

Stellt Kreon

vor

seiner Wandlung

stellt Kreon

nach

seiner Wandlung

dar

dar

da sein Gesetz gebrochen wurde,

da sein Sohn mit Anne verlobt ist,

will der Anne bestrafen,

will er sie beschützen, um

damit er nicht den Respekt

Bodo nicht unglücklich zu

seines Volkes und seine

machen

Glaubwürdigkeit verliert

à Rolle des Herrschers

à Rolle des Vaters


à beide Teile sind von Anfang an vorhanden, deshalb ist

keine Umwandlung mehr nötig

c) Interpretation im Hinblick auf den Autoren

Rolf Hochhuth wurde 1931 geboren und erlebte deshalb den

Zweiten Weltkrieg selbst mit. Dies spürt der Leser die

ganze Erzählung hindurch. Hochhuth

macht seine Einstellung gegenüber

Hitler indirekt sehr deutlich: Er

verabscheute ihn und seine Taten.

Unter anderem nahm er einen

Attentäter Hitlers in Schutz und

betitelte ihn als Helden, und

schrieb sogar ein Plädoyer für ihn,

in dem er der Familie des

Attentäters dafür dankte, ,,den

einzigen Menschen des Zeitalters

hervorgebracht zu haben, der in

absoluter Gewissheit, vernichtet zu werden, [...]

einreiste um Hitler zu erschiessen vor dem Krieg!"

Man sieht, das Hochhuth zum Thema Hitler eine feste

Meinung hat, die er auch ohne Wenn und Aber vertritt, was

man auch in Kleinigkeiten der Erzählung erkennt:

Zum Beispiel spricht er immer wieder von einer

,,Vernichtungsmaschinerie", was den Leser zu dem Schluss

kommen lässt, dass Gesetzesbrecher zu dieser Zeit ohnehin

verloren waren und es kein Entrinnen vor einer Strafe

gab.


Diese Verachtung zeigt sich unter anderem auch in der

Szene, als Hitler verlangt, Anne ebenfalls hinzurichten

und dafür die Begründung liefert, die für die Anatomie

verlorengegangene Leiche müsse schließlich ersetzt

werden. Hier wird sehr deutlich gemacht, wie

materialistisch und menschenverachtend die Überlegungen

Hitlers waren.

Schluss

Mir persönlich hat die Berliner Antigone viel besser

gefallen als die Antigone von Sophokles. Erstens ist die

Sprache viel verständlicher und das Lesen fällt einem so

leichter. Zweitens ist bei der Berliner Antigone dadurch,

dass sie so kurz ist und nur 14 Seiten hat, wirklich kein

Satz überflüssig. Das Lesen zieht sich nicht so in die

Länge, da jeder Satz für die Handlung wichtig ist.

Außerdem versteht es Rolf Hochhuth sehr gut, die

Geschichte sehr ergreifend zu erzählen und dem Leser

mitfühlen zu lassen, was die Menschen zur Zeit des

Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus alles

mitgemacht haben und wie es damals ablief, wenn man gegen

Hitlers Gesetze verstieß. Außerdem verdeutlicht er dies

an dem Schicksal einer einzelnen Person noch einmal und

erreicht so auch eine Warnung davor, so etwas noch einmal

geschehen zu lassen.



Kommentare

Anne
23.09.2001 10:47:32
Bist du die Julia Klein, mit der ich in der 8.Klasse war? Wenn ja, melde dich mal! Wäre cool.
nadine
25.04.2006 17:16:25
super referat..denk mal es wird mir sehr helfen!toll! danke!
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