Inhalt
1. Vorwort. 1
2. Die reformatorische Kritik an der Abendmahlslehre der
R ömisch-katholischen Kirche. 1
2.1. Der Laienkelch. 1
2.2. Der Opfercharakter der Messe 3
2.3. Realpräsenz 6
2.4. Schlußfolgerung. 9
3. Was trennt uns heute am Tisch des Herrn? 10
3.1. Zum römisch-katholischen Amtsverständnis. 12
3.2. Zum römisch-katholischen Kirchenverständnis 13
4. Literaturverzeichnis 14
1. Vorwort
Vereint im Leibe Christi - getrennt am Tisch des Herrn. In dieser Spannung leben wir Christinnen und Christen heute. Und aus dieser Spannung heraus begegnen wir einer interreligiösen bis atheistischen Umwelt. Diese moniert die innerchristlichen Spaltungen, die ihr sichtbarstes Zeichen im getrennten Abendmahl haben, und stellt damit zugleich die Einheit der christlichen Religion in Frage. In diesem schriftlichen Referat möchte ich erstens darstellen, welche Streitpunkte in der Abendmahlstheologie die Reformatoren im 16. Jahrhundert dazu veranlaßten, die Abendmahlsgemeinschaft mit der altgläubigen Kirche aufzukündigen und wie dies aus heutiger Perspektive zu bewerten ist. Als Mitglied einer lutherischen Kirche setze ich einen besonderen Akzent auf die Theologie Luthers und den ökumenischen Dialog zwischen der Evangelisch-lutherischen und der Römisch-katholischen Kirche. Anhand der Theologie Zwinglis findet jedoch auch die reformierte Position Berücksichtigung. In einem zweiten Teil gehe ich darauf ein, wo meiner Ansicht nach im aktuellen ökumenischen Dialog die Probleme und die Aufgaben für eine Verständigung über das Abendmahl liegen.
2. Die reformatorische Kritik an der Abendmahlslehre der Römisch-katholischen Kirche
Drei Streitpunkte bestimmten die Auseinandersetzungen um das Abendmahl in der Die Forderung des Laienkelches, Reformationszeit:
2.1. Der Laienkelch
Die Kommunion unter beiderlei Gestalt ist ein fast schon klassischer Topos kirchlicher Reformbestrebungen. So stand die Forderung und Realisierung des Laienkelches in der Hussitenbewegung an zentraler Stelle. Die Reformatoren nahmen die Forderung nach dem Laienkelch wieder auf, damit das Sakrament des Abendmahls gemäß der Einsetzung Jesu gefeiert werde. Dieser hatte beim letzten Mahl folgende Worte gesprochen: „…Nehmet, esset, das ist mein
1
Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus…“ (Mt 26,26f par)
Trinket alle daraus! Gemäß dem reformatorischen Grundprinzip sola scriptura forderten die Reformatoren, daß alle, die am Abendmahl teilnehmen, Brot und Wein erhalten.
Die Römisch-katholische Kirche war sich immer bewußt, daß Brot und Wein die konstitutiven Elemente der Eucharistie sind. Daß sie den Laien den Kelch trotzdem verweigerte, hatte vor allem praktische Gründe. Aus Ehrfurcht vor dem Blut Christi, das nicht verschüttet werden oder übrig bleiben durfte, teilte man nur Brot aus. Theologisch rechtfertigte man dieses Vorgehen mit der Lehre, daß der ganze Christus unter jeder der beiden Gestalten, also sowohl unter Brot als auch unter Wein, voll gegenwärtig ist. Diese die theologische Begründung für die Kommunion unter einer Gestalt wurde von den Reformatoren nicht bestritten. Mitunter zog man auch den Unterschied zwischen Priesterstand und Laien heran, um den „Priesterkelch“ zu rechtfertigen. 1
Fazit aus ökumenischer Perspektive: Die Auseinandersetzung um den Laienkelch muß man als einen Streit um den praktischen Vollzug der Eucharistie sehen. Die Reformatoren forderten den Laienkelch mit Verweis auf die Heilige Schrift und die altkirchliche Tradition. Die Römisch-katholische Kirche verweigerte die Kommunion unter beiderlei Gestalt und begründete das mit der Heiligkeit des Blutes Christi und dem Unterschied zwischen Priesterstand und Laien. Es stand jedoch sowohl in der Römisch-katholischen als auch in den reformatorischen Kirchen stets außer Zweifel, daß zu einem Abendmahl beide Elemente, Brot und Wein, gehören. Noch heute wird in der Römisch-katholischen Kirche die heilige Kommunion in der Regel unter der Gestalt des Brotes gereicht 2 ; wenngleich auch die Kommunion unter Brot und Wein erlaubt ist 3 . Denn „ihre volle Zeichenhaftigkeit gewinnt die
1 Vgl. Unser Glaube, S. 362f. [Apologie des Augsburger Bekenntnisses, Art. 22].
2 Katechismus der Katholischen Kirche, 1380.
3 CIC, 925.
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Arbeit zitieren:
Robert Mahling, 2000, Dissens und Konsens am Tisch des Herrn - Das Abendmahl in der Römisch-Katholischen und in den protestantischen Kirchen, München, GRIN Verlag GmbH
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