Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Definition 3
3 Begründung von Differenzierung im Unterricht 4
4 Differenzierungskriterien 5
5 Unterscheidungen zum Begriff der Differenzierung 8
äußere Differenzierung 8
6 Unterscheidung von innerer und äußerer Differenzierung 10
7 Was ist unter innerer Differenzierung zu verstehen? 10
8 Wochenplanarbeit 14
9 Freie Arbeit 17
10 Stationentraining 20
10.1 Gebundenes Stationentraining: Feste Gruppen - gemeinsamer
Wechsel 22
10.2 Stationentraining mit Wahlmöglichkeiten 22
11 Schuldruckerei 23
12 Fazit 24
13 Literatur 26
1 Einleitung
Diese Ausarbeitung ist im Anschluss an ein Referat zum Thema „Unterricht differenzieren“ im Seminar „Der Anfangsunterricht als pädagogisches Problem“ entstanden. Geleitet wird diese Arbeit von der Ausgangsfrage, wie man im (Anfangs-) Unterricht differenzieren kann. Im Hinblick auf diese Frage werden wir ein höheres Gewicht auf die innere Differenzierung legen, weil diese im Anfangsunterricht eine größere Rolle spielt. Auf die äußere Differenzierung werden wir nur zur Abgrenzung der beiden Formen zu sprechen kommen. Zunächst werden wir versuchen, den Begriff „Differenzierung“ zu definieren und Differenzierungskriterien und Unterscheidungen zum Begriff aufzuzeigen. Daran werden wir einen Teil anschließen, indem wir näher auf die Form der inneren Differenzierung eingehen und sie von der äußeren abgrenzen. Danach werden wir vier verschiedene Unterrichtsformen zur Differenzierung vorstellen und zu diesen in einem Fazit Stellung nehmen.
2 Definition
Das Wort Differenzierung stammt von dem lateinischen Wort Differentia = Verschiedenheit ab. Es wird im schulpädagogischen Bereich nicht ganz einheitlich verwendet, aber folgende Zusammenfassung nach Schittko kann aufgestellt werden: 1 „Differenzierung meint die Bemühungen, (1) angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler und unterschiedlicher Anforderungen (2) durch eine Gruppierung nach bestimmten Kriterien und (3) durch didaktische Maßnahmen den Unterricht so zu gestalten, dass (4) die für das schulische Lernen gesetzten Ziele möglichst weitgehend erreicht werden können.“ 2
Wie viele andere Definitionen weist auch diese vier Merkmale des Differenzierungsbegriffs auf:
1) Voraussetzung und Gründe für Differenzierung sind folgende zwei Tatbestände:
1 vgl. Vollstädt, W.: Differenzierung im Unterricht: In: Pädagogik 49 (1997), Heft 12, S. 37
2 Schittko, K.: Differenzierung in Schule und Unterricht: Ziele - Konzepte - Beispiele. München 1984. S. 23
3
a) individuelle Unterschiede zwischen den SchülerInnen, ihrer unterschiedlichen Lernvoraussetzungen
b) unterschiedliche gesellschaftliche Ansprüche
2) Differenzierungsmaßnahmen führen zu einer Gruppierung von SchülerInnen 3) Differenzierungsformen beinhalten immer didaktische Maßnahmen 4) Differenzierungsformen setzen voraus, dass die Zielvorstellungen für die schulische Differenzierung geklärt werden. 3
3 Begründung von Differenzierung im Unterricht
Die Notwendigkeit der Differenzierung sind zum einen von den Aufgaben der Grundschule her zu begründen 4 :
1. Die Grundschule soll allen Kindern eine grundlegende Bildung ermöglichen:
2. Die Grundschule soll alle Kinder bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit fördern; das erfordert individuelle Angebote, Anregungen und Lernhilfen
3. Um die Interessen und Neigungen der Kinder in der Grundschule zu wecken,
4. In der Grundschule müssen Selbstständigkeit und soziale Fähigkeiten entwickelt und gefördert werden
Vollstädt 5 nennt folgende Gründe, die eine Differenzierung im Unterricht erforderliche machen:
- Die Schülerinnen und Schüler unterschieden sich auf Grund ihrer häuslichen
3 ebd. S. 21f
4 vgl. Bartnitzky, Horst (Hrsg.): Auf dem Weg zum differenzierten Schulalltag. Rahmenbedingungen -Grundsätze - Beispiele - Ergebnisse des Mülheimer Grundschultages 1982. Frankfurt am Main 1983
5 vgl. Vollstädt, Witlof: Differenzierung im Unterricht. In: Pädagogik 49 (1997), H. 12, S. 36 - 41
4
- Lernen ist ein individueller Vorgang, der zahlreichen fördernden und hemmenden Bedingungen unterliegt.
Durch Differenzierung im Unterricht sollen die individuellen Besonderheiten gestärkt und spezifische Lernanlagen ausgeprägt werden, gleichzeitig soll gemeinsames Lernen ermöglicht und Lerndefizite abgebaut werden.
4 Differenzierungskriterien
„Differenzierungskriterien sind die Merkmale, nach denen die Schüler im Schulsystem, in der einzelnen Schule und im Unterricht gruppiert und auf die hin didaktische Maßnahmen ergriffen werden.“ 6 Im folgenden sollen acht Differenzierungskriterien 7 kurz vorgestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese sicher nicht die einzigen Kriterien sind, nach denen eine Differenzierung vorgenommen werden kann und auch noch andere Ebenen zu beachten sind. Außerdem spielen bei einer Differenzierung zumeist mehrere Kriterien eine Rolle. Bei dem Versuch einzelne Differenzierungskriterien zu isolieren wird schnell deutlich, dass ein Kriterium alleine zumeist nicht angewandt werden kann, da immer andere Aspekte auch wichtig sind. Zudem wird deutlich, dass es außerordentlich wichtig ist sich Gedanken darüber zu machen, welche Folgen für den Unterricht die einzelnen Differenzierungskriterien haben, denn diese wirken sich sicher auf den Unterricht aus.
1) Alter der Kinder und Jugendlichen
Dieses Kriterium beruht auf der Annahme, dass SchülerInnen gleichen Alters einen ähnlichen Entwicklungsstand und damit ähnliche Lernvoraussetzungen haben.
6 Schittko, K.: München 1984. S. 23
7 vgl. ebd. S. 23 - 27
5
Welche große Bedeutung das Alter als Differenzierungskriterium hat zeigen folgende Beispiele:
- Das Schuleintrittsalter (sechs Jahre) ist gesetzlich festgelegt.
- Die Schulpflichtdauer ist geregelt.
- Die horizontale Gliederung des Schulsystems (GS OS Sek I + II)legt fest, wieviel Jahre man gewöhnlich an einer Schulform verbringt, wann also der Übergang zur nächsten Schulform erfolgt.
- Einteilung in Jahrgangsklassen, wobei dieses Prinzip durch Nichtversetzung und Wiederholung einer Klasse teilweise aufgehoben wird.
- Altersheterogene Gruppen sind selten und zumeist nur in freiwilligen AG’s zu finden.
2) Soziale Herkunft
Offiziell ist die soziale Herkunft kein Differenzierungskriterium. Historisch wurden die Volksschulen von den mittleren und höheren Schulen auch schichtspezifisch abgegrenzt. Der gemeinsame Besuch aller Kinder einer Grundschule ist erst seit 1919 in der Weimarer Republik festgelegt. Nach Schittko begünstige das dreigliedrige Schulsystem noch heute Kinder der Ober- und Mittelschicht, was zu einem Nachteil für die Kinder der Unterschicht führe. Auch Gesamtschulen könnten nicht als „Allheilmittel“ angesehen werden.
3) Geschlecht
Das Geschlecht als Differenzierungskriterium verliert immer mehr an Bedeutung und sei am stärksten noch in den höheren Schulen zu finden. In einzelnen Fächern, wie z.B. Sport, wird dieses Differenzierungskriterium aber auch heute noch teilweise eingesetzt.
4) Religionszugehörigkeit
Konfessions- oder Bekenntnisschulen werden immer seltener, es sind immer mehr Simultan- oder Gemeinschaftsschulen zu finden, bei denen der Religionsunterricht dann aber zumeist getrennt erteilt wird.
6
Arbeit zitieren:
Bettina Anders, 2002, Differenzierung im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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