INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Semiotisch- strukturalistische Analyse 4
2.1 Analyse des Geschehens 4
2.2 Analyse des Erzählperspektive 5
2.3 Analyse der Figuren (Effi Briest, Baron Geert von Innstetten
und Major Crampas) 9
2.4 Analyse der Orte 13
3. Inhaltliche Analyse im Hinblick auf die Leitfrage „Worin sind die
Ursachen für das Scheitern der Ehe
von Effi und Innstetten zu sehen?“ 17
4. Resumee 21
5. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
In meiner Hausarbeit werde ich den Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane analysieren.
Die Hauptfigur dieses Romans ist Effi Briest. Effi wird als 17jährige mit dem 38jährigen Jugendfreund ihrer Mutter -Geert von Innstetten- verheiratet. Mit 25 Jahren wird sie wegen Ehebruchs von ihrem Mann geschieden und zunächst bleibt ihr auch das geliebte Elternhaus verschlossen. Erst auf ärztlichen Rat kehrt Effi nach Hohen-Cremmen zurück. Dort stirbt sie als 29jährige, versöhnt mit ihren Eltern und ihrem Mann.
Ich werde zunächst eine semiotisch-strukturalistische Analyse des Textes vornehmen. Dabei werde ich das Geschehen, die Figuren, die Orte und die Erzählsituation analysieren. Daran werde ich eine inhaltliche Textanalyse im Hinblick auf die Leitfrage „Worin sind die Ursachen für das Scheitern der Ehe von Effi und Innstetten zu sehen?“ anschließen. Diese Leitfrage habe ich ausgehend von der Figurenanalyse entwickelt. Als ich die Figuren Effi und Innstetten gegenübergestellt habe, ist mir deutlich geworden, welche Gegensätze sie aufweisen. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen von der Ehe und sie haben gegensätzliche Charaktereigenschaften, so dass schon zu Beginn des Romans deutlich wird, dass die Ehe der beiden scheitern würde. Ich werde zur inhaltlichen Analyse in Bezug auf diese Leitfrage die Heiratsmotive der beiden Figuren sowie ihre nicht zu vereinbarenden Charaktereigenschaften gegenüberstellen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, zwischen den Heiratsmotiven und den Ehevorstellungen zu unterscheiden: Effis Heiratsmotive sind ständisch geprägt, während ihre Vorstellungen von der Ehe davon abweichen.
3
2. Semiotisch-strukturalistische Analyse
2.1 Analyse des Geschehens
In diesem Roman sind die Handlungen an das Vergehen von Zeit gekoppelt. Fontane schildert Effis Leben von der Verlobung bis zu ihrem Tod. Der geschilderte Lebensabschnitt (Handlung) umfasst 12 Jahre (Zeit): Effi wird als 17jährige verlobt und stirbt als 29jährige. Somit handelt es sich bei diesem Roman um einen narrativen Text.
Zur Analyse des Geschehens werde ich im folgenden Bezug auf das „Strukturmodell narrativer Texte“
1
von Karlheinz Stierle nehmen. Stierle unterscheidet drei Ebenen: das Geschehen, die Geschichte und den Text der Geschichte. Auf der Ebene des Geschehens stehen auch die Konzepte der Geschichte. Das Geschehen ist das „Fundament der Geschichte“
2
. Die einzelnen Geschehensmomente sind in chronologischer Reihenfolge auf einer narrativen Achse, die sich durch „Differenz von Anfangs- und Endpunkt“
3
ergibt, anzuordnen.
Anfangspunkt:
die 17jährige Effi lebt mit ihren Eltern auf Hohen-Cremmen Verlobung und Hochzeit mit Innstetten
1 Eicher/ Wiemann: Arbeitsbuch Literaturwissenschaft. Paderborn 1996. S.80
2 Eicher/ Wiemann. S. 80
3 Eicher/ Wiemann. S. 82
4
auf ärztlichen Rat wird Effi von ihren Eltern wieder aufgenommen
Endpunkt: die 29jährige Effi stirbt, versöhnt mit ihren Eltern und ihrem Mann, auf Hohen-Cremmen Diese Geschehensmomente, die von oben nach unten an einer narrativen Achse
angeordnet sind, stellen keine vollständige Wiedergabe aller Geschehensmomente dar, sondern lediglich eine Auswahl der wesentlichen Geschehensmomente, die Effis Leben kennzeichnen und bestimmen. Die Differenz zwischen dem Anfangs- und dem Endpunkt bildet in diesem Roman zusätzlich zur zeitlichen Relation auch eine konzeptuelle Opposition. Zu Beginn des Romans ist Effi Briest ein heiteres 17jähriges Mädchen, das frei von gesellschaftlichen Ordnungen mit ihren Eltern auf Hohen-Cremmen lebt. Am Ende kehrt Effi als 29jährige todkranke Frau nach Hohen-Cremmen zurück, wo sie nach wenigen Monaten stirbt. Die konzeptuelle Opposition ist in Effis Entwicklung vom 17jährigen Mädchen zur 29jährigen Frau zu sehen. Allerdings kann man zwischen dem Anfangs- und dem Endpunkt auch Äquivalenzen erkennen. Der Roman beginnt auf Hohen-Cremmen mit der Beschreibung von Effis Elternhaus und der Einführung der Hauptfigur. Das Ende des Romans findet auch auf Hohen-Cremmen statt: nach Effis Tod stehen ihre Eltern an ihrem Grab im Garten. Eine weitere Äquivalenz stellt Effis
Gefühlszustand dar. Zu Beginn des Romans ist Effi ein glückliches Mädchen. Als sie am Ende des Romans nach Hohen-Cremmen zurückkehren darf, ist sie,
obwohl sie weiß, dass sie bald sterben wird, glücklich, wieder Zuhause zu sein. 2.2 Analyse der Erzählsituation
5
Arbeit zitieren:
Bettina Anders, 1999, Fontane, Theodor - Effi Briest - Werkanalyse des Romans, München, GRIN Verlag GmbH
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