--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Indikatorender „Unterentwicklung“ S. 178 - 181
Analytischer Zugang zur Problematik der Entwicklung/ Unterentwicklung:
Indikatoren (Vielzahl von Merkmalen berücksichtigen und in Beziehung setzen/ je nach Sandor)
Wirtschaftliche/demographische Merkmale:
- Pro-Kopf-Einkommen (=BSP : Einwohner)
→ Probleme: Aussagekraft begrenzt, marktwirtschaftliche Gesichtspunkte (Selbstversorgungswirtschaft=
→ trotzdem in den meisten internationalen Statistiken verwendet (Vergleiche möglich) - Produktions- und Erwerbsstruktur (Verteilung des BIP der Arbeiter auf die Wirtschaftsbereiche - Investitionstätigkeit: Kapitalausstattung: Kann ein Land notwendige Investitionen selbst tätigen? Auf Fremdkapital/Entwicklungshilfe angewiesen? Verschuldung?
- Außenhandel: Außenhandelsstruktur: Anteil am Welthandel, Art der Export-/ Importgüter, Terms of Trade
- Bevölkerungswachstum
- Anteil der Erwerbspersonen in Landwirtschaft/ Industrie/ Dienstleistung
- Verteilung des BIT auf die 3 Bereiche: Hinweise auf Industrialisierungsgrad eines Landes/ Produktivität eines Wirtschaftszweiges (Leistungsfaktor der Landwirtschaft)
- Infrastruktur: Wenn ausreichend ausgebaut → Ausweitung des Handels, Senkung der Produktionskosten,
Soziale Merkmale
- Hohe Wachstumsrate der Bevölkerung
- Unzureichende Nahrungsmittelversorgung, schlechte Gesundheitsverhältnisse → Einschränkung der Arbeitskraft, geringe Lebenserwartung
- Unterentwickeltes Bildungswesen → hohe Analphabetenquote, begrenzte Möglichkeiten der berufl. Ausbildung - Hohe Arbeitslosigkeit → Hunger, Krankheit, Obdachlosigkeit (vor allem tertiärer Sektor wenn Ackerfläche nicht genug Arbeit/ Nahrung bietet)
Andere Merkmale
- Ungesicherte Rechtsstellung der Frauen (spielen Schlüsselrolle in wirtschaftlichen und sozialen Bereichen) - Gravierende Umweltschäden (Übernutzung, Nahrungsbedarf der wachsenden Bevölkerung)
Liste von Merkmalen kann nur Erscheinungen der Unterentwicklung aufzeigen, nicht aber deren Ursachen erklären → einzelne Merkmale immer im Zusammenhang zu sehen
Entwicklungsländer versuchen die Entwicklung der Industrienationen im Zeitraffertempo nachzuholen → sogen. Fortschritt wird in sozialen und ökologischen Katastrophen enden (funktioniert nur bei einzelnen Ländern)
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S. 182 - 201
Weltweite Ernährungssituation und ihre künftigen Folgen S. 182 - 185
- Hunger und Unterernährung → ausbreiten; Länder mit hoher Kindersterblichkeit und sinkender Lebenserwartung → zunehmen → Unruhen, Kluft zwischen Armen und Reichen, gesellschaftliche Institutionen lösen sich auf
- Pro-Kopf-Nahrungsangebot (jetzt schon katastrophal) wird noch unter sein derzeitiges Niveau sinken - Derzeit 800 Mio. Menschen ständig unterernährt (UNO Studie)
- Im Weltmaßstab keine Lebensmitteknappheit, mehr als genug produziert → Zahl der Hungernden steigt trotzdem an!
- Nahrungsmittelproduktion insgesamt hat sich verbessert (einige Länder mehr, andere weniger....)→ Ungleichheit zw. Den Staaten und Regionen der Erde jedoch gewachsen
Hunger:
- Zahl der ernstlich unterernährten ca. 500 Mio. (10% der Weltbevölkerung) („Hungernde“ +/- mehrere hundert Mio. ))
2
- Was ist Unterernährung? Bei Bestimmung zu berücksichtigen:
Kalorienbedarf (abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergröße und - gewicht, Arbeitsleistung, Klima) Zusammensetzung der Nahrung (Proteine, Fette, Vitamine usw.)
Zukünftige Betrachtungen (Nachfragesteigerung durch andere Essgewohnheiten, Verlust an landwirtschaftlicher Anbaufläche infolge von Bodenzerstörung/ -degradation.
- Quantitatives Bedarfsminimum errechnen: Energiebedarf eines Erwachsenen
Bei vollständig ruhendem Körper (= Grundumsatz) bei körperlicher Arbeit (= Arbeitsumsatz = 1,4 mal den Grundumsatz)
→ 3. Welt 6360 kj pro Tag und Mensch → Unterernährung bei weniger als 8910 kj pro Tag - Unterernährung = Kalorienmangel / Fehlernährung = Nährstoffmangel, Proteinmangel → jedoch kaum zu trennen → Mangelernährung
→ Krankheiten, hohe Kindersterblichkeit, verminderte Entwicklungsmöglichkeit (körperlich/geistig) der überlebenden Kinder
- Hunger hat mir Armut zu tun: Nahrungsmittel vorhanden, man kann sie sich aber nicht leisten - Hunger: Ursachen: Armut, verminderte Entwicklungsmöglichkeit (körperlich/geistig) der überlebenden Kinder, rückständige, uneffiziente, ökologisch zerstörerische Produktionsmethoden, wirtschaftliches (Fehl)Verhalten, politische Fehlentscheidungen, ungerechte Wirtschafts-, Besitz- und Sozialstrukturen - Postkoloniale + weltwirtschaftliche Abhängigkeitsstrukturen - Starkes Bevölkerungswachstum
- Soziale Strukturen (ökonomische, politische, kulturelle Rahmenbedingungen, kriegerische Auseinandersetzungen - Unangepasste Anbautechniken - Nachteilige ökologische Bedingungen → nicht (oder nur selten) wegen schlechten Böden oder Klima
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bevölkerungswachstum S.186 - 189
- 2000: Weltbevölkerung von ca. 6 Milliarden → sofortiges Handeln, Bevölkerung, Konsumverhalten und Entwicklung in Einklang bringen
- in jeder s ein Mensch geboren → 260000 am Tag → 93 Millionen im Jahr (davon 93% in den Entwicklungsländern)
- 1.- 2. Milliarde: 123 Jahre, 2.-3. Mil.: 33 Jahre, 3.-4.: 14 Jahre, 4.-5.: 13 Jahre, 5.-6.: 11 Jahre → immer kürzer - bis 2015 auf 7,27- 7,92 Milliarden
- Bevölkerungswachstum: unterschiedliche räumliche+ zeitliche sich ändernde Bestimmungsfaktoren
- Betrachtung des Alters und des Geschlechts → Fruchtbarkeitsziffer (Zahl der Lebendgeborenen auf 1000 Frauen von 15-45)
Geburten- und Sterbeziffer
Differenz zw. Geburtenziffer ( Zahl der Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner) und der Sterbeziffer (Zahl der Sterbefälle auf 1000 Einwohner) = Wachstumsziffer Prozentuale Bevölkerungszunahme/-abnahme = Wachstumsrate Verdopplungszeit der Bevölkerung ausrechnen: 72 : Wachstumsrate= Verdopplungszeit
Altersaufbau = grafische Darstellung der Altersstruktur
Künftige Bevölkerungskonstellationen wie Schülerzahl, Arbeitskräftepotential, Geburten- + Sterblichkeitstrends → Rückschlüsse auf notwendige Ausbildungs- und Arbeitsplätze, oder die Versorgung mir Nahrungsmitteln
Modell des „demografischen Übergangs“
Gesetzmäßige Aussagen über das Wachstum der Bevölkerung
Demografischer Übergang: Bevölkerungsentwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Sozialstruktur der Gesellschaft.
vergleichen
Demografisches Verlaufsdiagramm: Wachstumswerte für jeweils ein Land/ Ländergruppe veranschaulicht und
Familienplanung
Wachstum der Weltbevölkerung kann nur durch effektive Bevölkerungspolitik gestoppt werden
3
→ Eingriffe des Staates? Freiwilligkeit oder Anreizprogramme?
Bevölkerungspolitik die sich nur auf Geburtenregelung beschränkt wird auf lange Sicht keinen Erfolg bringen → notwendig: „integrative Bevölkerungspolitik“ → Hebung des allgemeinen Lebensstandards, stabile polit. Verhältnisse, leistungsfähiges Bildungs- und Gesundheitssystem, Gleichberechtigung der Frau (besonders wichtig) → schon Erfolge!
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Tragfähigkeitder Erde S. 190 - 193
These: Es gibt eine maximale Anzahl von Menschen die auf der Erde/ einem bestimmten Territorium ausreichend Lebensunterhalt finden kann
Früher: Tragfähigkeit nur von Agrarproduktion (Ernährungspotential, der potentiellen landwirtschaftlichen Nutzfläche) ausgegangen → heute: Überwiegend Sorge um Umwelterhaltung zusammen mit landwirtschaftlicher Produktionssteigerung
Tragfähigkeit: „Zahl der Menschen, die von einem Raum unter Berücksichtigung eines dort in naher Zukunft erreichbaren Kultur- und Zivilisationsstandes auf überwiegend agrarischer Grundlage auf die Dauer unterhalten werden kann, ohne dass der Naturhaushalt nachteilig beeinflusst wird“
→ weitgehend theoretische Größe, Vielzahl von Bestimmungsfaktoren (natürlich, sozial, technisch, wirtschaftlich) die diese Größe ständig verändern → höchst unterschiedliche Ergebnisse
Malthus (1789): Bevölkerung wächst in geometrischer Progression (1:2:4:8:16....), die Nahrungsmittelproduktion in arithmetischer Progression (1:2:3:4:5:6....) → zunehmendes Missverhältnis zwischen Bevölkerungszahl und Nahrungsspielraum → Hungerkatastrophen, Seuchen, Krankheiten...damit sich das Gleichgewicht wieder einpendeln kann
Penck(1925)/ Hollstein (1937): aus klima- und bodenkundlicher Sicht Studien zur Tragfähigkeit der Erde gemacht → erst mal konkrete Angaben über die wahrscheinlich größtmögliche Bevölkerungszahl auf der Erde (7,7 / 13,3 Milliarden), landwirtschaftliche Produktionsräume der Zukunft = feuchte und wechselfeuchte Tropen (heute nicht mehr haltbar)
Andere Untersuchungen geben ganz andere Ergebnisse: Weltbank: 60% des potentiellen Ackerlands schon erschlossen/ Amerika: 44% erschlossen → beide: größte Erschließungspotentiale in den afrikanischen und südamerikanischen Tropen (starkes Bevölkerungswachstum) → fragwürdig: große Teile der Tropen ökologisch benachteiligt
→ immer mehr Bewusstsein für die ökologischen Folgen der bedenkenlosen Erweiterung der Nutzflächen durch Rodung der Regenwälder
→ Ausweitung des Anbaulandes durch groß angelegte Bewässerungsprojekte in ariden und semiariden Gebieten nicht möglich → Grenzen der Wasserressourcen + Schäden am Naturhaushalt (Bodenversalzung) Möglichkeiten und Probleme der Erweiterung des Nahrungsspielraumes S. 192 / 193 Nahrungsmittelhilfen? → gegen permanente Nahrungsmittelhilfen sprechen viel Gründe:
Extensivierung oder Intensivierung?
Extensivierung: Produktionssteigerung durch flächenhafte Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche → nur
vorübergehende Lösung
→
Schäden am Naturhaushalt, Kulturlandverluste, Erntekatastrophen infolge der Zerstörung der im Regenfall sehr labilen Ökosysteme
Intensivierung: Erzeugung auf bereits kultivierten Flächen mit besserer Bodenvorbereitung + -bearbeitung +
erhöhter Düngereinsatz + verbessertes Saatgut + pflanzliche Neuzüchtungen + Pflanzenschutz oder Mechanisierung→
nur so Steigerung der Nahrungsmittelproduktion
Steigerung der Flächenproduktivität → Steigerung der Welternte → jedoch auch ökologische und ökonomische Probleme
Produktionssteigerung in der 3. Welt →
Agrarreform = Umstrukturierung bestehender Besitzverhältnisse an Land- und Wasserrechten → Beratung +
Ausbildung + Bereitstellung von Krediten und technischen Hilfsmitteln + Ausbau des Vermarktungswesens + der Verarbeitung + der Infrastruktur
→
bisher noch in wenigen Ländern erfolgreich
→
„Grüne Revolution“ kommt aus Indien(siehe Intensivierung)= besonders für tropische Räume entwickelte
Agrartechnologie + hoch ertragreiches Saatgut
(HYV) + erhöhter
Einsatz von Kunstdünger + Pflanzenschutzmitteln + Bewässerung + modernen Bodenbearbeitungsmethoden.
→
Steigerung der Hektarerträge (Weizen + Reis)
Æ Erfolge → verstärkt jedoch auch die sozialen Gegensätze und Probleme Kleinbauern ↔ Großgrundbesitzer, Verteilung des Bodens, Einkommens → Nutznießer vor allem Großgrundbesitzer → auch ökologische Schäden an Böden + Grundwasser (zu viel/falscher Einsatz von Kunstdünger usw.)
„integrierte ländliche Entwicklung“: agrarische Projekte (Grüne Revolution) + infrastrukturelle Maßnahmen (Gesundheitsdienst, Schulausbildung, Entwicklungsberatung, Frauenförderung, Hausbau, Wasserversorgung, Schaffung außerlandwirtschaftlicher Arbeitsplätze)
keine Hochertragssorten, sondern gängige weiterentwickelt, Infrastrukturelle Maßnahmen, Verbesserung des bisher Dagewesenen (Bewässerung usw.)
4
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- DieLandwirtschaft in der 3. Welt als Grundlage der Ernährung S. 194 - 201
Landwirtschaft über 50%, meist 90% (Industrieländer 10%)
Export: Agrargüter, Lebensmittel, pflanzliche Rohstoffe, obwohl die eigene Ernährung nicht gesichert ist
Naturgeographische Probleme in den Tropen und Subtropen im Überblick
Tropen: Tropenzone → allerärmste Entwicklungsländer = ökologische Benachteiligung der Tropen (Hilfe durch bisher noch nicht erprobte Bodennutzungssysteme?)
Probleme: - trockene Randtropen (Wüsten, Halbwüsten) für agrarische Nutzung wenig geeignet - Wechselfeuchte Tropen: - Regenfeldbau nur 4,5 - 7 Monate möglich, sonst Trockenzeit + starke
- Innere (dauerfeuchte) Tropen: - Niederschläge reichen für ganzjährigen Anbau, jedoch Bodenverhältnisse schlecht!
Subtropen: Winterregengebiete (Westseitenklimate)
Sommerregengebiete (Ostseitenklimate)
→ Verhältnisse wie in tropischen Gebieten → Bewässerungsfeldbau in Oasen/ nahe Fremdlingsflüssen spielt große Rolle
Die Landnutzungssysteme in den Tropen und Subtropen
Nutzung naturräumlichen Bedingungen angepasst → Bevölkerungswachstum + Einflüsse von außen → Übernutzung, Verkürzung der Anbauzyklen, Aufstockung und Ausweitung des Anbaus → natürliche Voraussetzungen nicht mehr beachtet
Subsistenzwirtschaft: - Erträge aus Jagd und Sammeln weitgehend selbst verbraucht, und nicht vermarktet,
Ranching: - extensive stationäre Weidewirtschaft = wichtige Rolle, keine typische Wirtschaftsweise der Entwicklungsländer
- Ranches: spezialisierte Großbetriebe, hoher Kapitaleinsatz, marktorientiert, bis 100000 ha groß → Größe der Betriebe von Niederschlagsmenge abhängig: je weniger Regen, desto größer Nomadismus: - Viehhaltung auf spärlichen Naturweiden, Weidewirtschaft nicht sesshafter Hirten, Herden wandern periodisch über große Entfernungen
- Geringe Biomassenproduktion der Weiden → große Flächen → Knappheit, durch Bevölkerungswachstum → Hauptgrund für Rückgang des Nomadismus + Halbnomadismus - Nur noch Schafe, Ziegen, Rinder, keine Kamele + Pferde mehr (nicht mehr Händler und Transporteure)
- Weltweit nur noch 10 Mio. Menschen Nomaden, bewirtschaften große Flächen (Trocken- und Dornsavannen Afrikas usw.)
- Versuche Nomaden sesshaft zu machen → manche Probleme nicht aus der Welt geschafft: halten weiterhin Tiere, Belasten den gefährdeten Naturraum in der Nähe der Siedlungen - Kaum noch Vollnomadismus → fließende Übergänge zum Halbnomadismus (Frauen und Kinder bleibe in Siedlungen, betreiben Ackerbau)
- Trockengebiete: Fernweidewirtschaft (Transhumanz) Frauen in den Siedlungen → Männer ziehen mit den Herden in weit entfernte Weidegebiete
Plantagen: - Dauerkulturen, größerer Kapitaleinsatz als bei Pflanzungen (erzeugen nur, bereiten nicht auf), hierarchisch gegliedert
- Produkte marktfähig → sehr hoher Kapitaleinsatz
5
- Nur ein Produkt, aber Monokultur geht langsam zurück (war schlecht für den Boden) - Kritik: Gewinnabfluss an die Industrieländer
- Vorteile: Handarbeit → gesicherte Arbeitsplätze / bessere Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit als
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- 16.-18.Jhdt. Sahel = blühendes Gebiet (Sahel = Ufer = üppige Vegetation jenseits des Wüstenmeers) - 2. Hälfte des 20. Jhdts: Sahel = eine Zone der Erde mit Dürrekatastrophen und Hungersnöten - Dürren = Zeiten anhaltender mehrjähriger Wasserknappheit wegen unterdurchschnittlicher Niederschläge → Dürrekatastrophen = mehrjährige Dürren → Wassermangel und Hungersnöte → Ökosystem jedoch nicht nachhaltig gestört, erholt sich bald wieder
- Traditionelle Nutzungssysteme sind an wechselhafte Klimaphasen angepasst → Feldwechselwirtschaft mit Brachephasen
- Jedoch: Ökosystem entscheidend geschädigt: Desertifikation Lage und Abgrenzung des Sahel: - Schwierig
Das Klima im Sahel S. 204 - 207
Variabilität der Niederschläge (Schwankungsbreite der Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr) ist groß! 30% bis manchmal sogar 50% des Jahresmittels nach oben und unten Oft Phasen mehrjähriger Dürre (Perioden oft 2-3, 10-11, 26-28) Tendenz zu abnehmenden Jahresniederschlägen ist deutlich Jahreszeitliche Luftdruckverteilung ist ausschlaggebend für das Klima im Sahel: Winter = ITC südlich des Äquators, Azorenhoch weit nach Osten über der Sahara + innerasiatisches Hoch = Hochdruckgürtel, trockene Luftmassen des nördlichen Astes des Passatkreislaufs erreichen die Sahara → warme, trockene Winde aus Nordost (NO-Passat) strömen dem Äquator zu
Sommer = ITC nördlich des Äquators, im Gebiet größter Erwärmung, wo ein Hitzetief über der Sahara entsteht → Luftdrückgefälle (zw. Subtropischen und tropischen Hochdruckgebieten südl. des Äquators und dem Hitzetief der Sahara) → Strömung Süd-Nord → nach dem Äquator nach NO umgelenkt → feuchte Luft aus äquatorialen Meeresgebieten mitgeführt
Feuchte Luftmassen im Südsommer bis ca. 25 Grad Süd, im Nordsommer nur ca. 17 Grad Nord → wahrscheinlich wegen den unterschiedlich großen Landmassen auf der Nord- und Südhalbkugel Unregelmäßige Verlagerung der ITC: manchmal bis weit in den Norden der Nordhalbkugel → feuchte Jahre im Sahel → keine richtige Erklärung für das Phänomen → vielleicht Zusammenhang mit Sonnenfleckentätigkeit?!
Natürliche Vegetation war an ungleiche Niederschlagsverteilung angepasst → Dürreperioden schwächten sie nicht entscheidend → Niederschlagsverhältnisse aber für einjährige Pflanzen (Hirse) ein Problem Niederschläge oft Starkregen → kann nur teilweise aufgenommen werden → Abspülungen und Erosionsschäden
Die Landnutzung im Sahel 208 - 213
Desertifikation ist die Folge jahrhundertelanger Einwirkung des Menschen auf seine Umwelt, durch Nutzung und Fehlnutzung durch den Menschen entstanden
Der traditionelle Nomadismus und Halbnomadismus
Nördliche Zonen des Sahel: Vollnomaden (wandern während der sommerlichen Regenzeit noch weiter nach Norden in die ariden Gebiete hinein
Großteil der Sahelzone: Halbnomaden (zu Beginn der Niederschläge (Juni/Juli) folgen sie mit ihren Herden dem Zenitalregen bis in die 50-150km weiter nördlichen semiariden und ariden Savannengebiete → Beginnende Austrocknung → zurück nach Süden, in Trockenzeiten weiter in den Süden oder auf höhere Weidegebiete umgezogen)
Frauen haben zuhause Hirse angebaut (Regenfeldbau) → abgeerntet: Stoppelweide
6
→ System war flexible und anpassungsfähig, regelmäßiger Wechsel der Felder → Brachephasen → Ökosystem nicht überlastet → jedoch großer Platzbedarf
Der Ackerbau
Wichtig: Hirseanbau
Hirseanbaugrenze (= agronomische( ackerbauliche) Trockengrenze) weit nordwärts in die alten Dünengürtel vorgerückt
→ Veränderungen nach 1950: Bevölkerungswachstum → Hirseanbau (vor allem im Norden = sehr trocken, hohe Variabilität der Niederschläge) ausgeweitet
→ größere Ackerflächen → aber weideten dann gleich viele oder sogar mehr Tiere auf kleineren Flächen → Überweidung → Bodenbedeckung geht zurück → Baumloses Grasland → Oberfläche verhärtet → reflektierende Lichtstrahlen verändern sich → Rückwirkung auf die Niederschläge auch in Dörfern → im Umkreis von Brunnen ist die Vegetation völlig vernichtet in dichter bevölkerten Teilen: Feldbestellung verhängnisvoll: Hirse falsch angepflanzt → kein Verdunstungsschutz, Nährstoffe ausgeblasen → unfruchtbare Sandböden → auf den noch nutzbaren Flächen wurde die Brachezeit nicht eingehalten, dauernd genutzt → keine Regeneration mehr möglich → verschlechterte Ernährungsgrundlage
→ Gefälle zwischen den unterschiedlichen Regionen verstärkt sich
bäume und Sträucher wegen Hirsefeldern und als Brennholz gerodet → innerhalb von 10 Jahren 400 Mio. Bäume ersatzlos entfernt!
→ jeder menschliche Eingriff zur Kultivierung des Landes → erhebliche Verschlechterung des natürlichen Ökosystems
→ natürliche Systeme anthropogen (durch den Menschen verursacht) umgewandelt: Degradierung, der Bodendecke des Wasser- und Nährstoffhaushalts...
→ Art des Eingriffs und die dabei verwendeten Geräte spielen große Rolle = gewaltige Unterschiede in der Bodenbeanspruchung
verhängnisvolle Schäden: in Qoz-Dünen → natürliche Vegetation durch Anbau / Überweidung geschädigt → Sande rasch mobilisiert → Verwehungen + neue Wanderdünen
Erträge sinken → Ausweitung der Anbauflächen → verstärkte Desertifikation = Teufelskreis!
Quelle: Terra Erdkunde 12/13, Gymnasium Baden-Württemberg, KLETT-PERTHES
ISBN 3-12-409420-4
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Carolin Gall, 2000, Entwicklungsländer & Schwellenländer, München, GRIN Verlag GmbH
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