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GLIEDERUNG
1. EINLEITUNG. 3
2. DEPRESSION. 3
3. PSYCHOANALYSE. 5
3.1 GRUNDLAGEN 5
3.2 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE UND NARZISSMUS. 6
3.3 STÖRUNGSMODELLE 8
3.3.1 Strukturelles Konfliktmodell 8
3.3.2 Objektbeziehungskonflikt und „Narzissmusstörung“ 9
3.3.3 Weitere Folgen. 11
4. VERHALTENSTHERAPIE 12
4.1 GRUNDLAGEN 12
4.2 STÖRUNGSTHEORIEN 14
4.2.1 Verhaltenstheoretische Ansätze 15
4.2.2 Kognitive Ansätze 15
5. GESPRÄCHSPSYCHOTHERAPIE 17
5.1 PERSÖNLICHKEITSTHEORIE. 17
5.2 ALLGEMEINE STÖRUNGSTHEORIE. 19
5.3 SYMPTOMENTSTEHUNG 20
6. RESÜMEE 22
LITERATURANGABEN 24
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1. EINLEITUNG
Kontroverse Diskussionen um die Art und Weise, wie einem Menschen in einer Psychotherapie geholfen werden kann, haben eine lange Tradition. Der „Psychomarkt“ ist riesig und ebenso die Anzahl verschiedenster Methoden. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und auch Gesprächspsychotherapie sind dabei die wohl bekanntesten Formen der Psychotherapie. Das konkrete Wissen, auf welchen Grundlagen und Vorstellungen ein/eine Psychoanalytiker/in, ein/eine Verhaltenstherapeut/in oder ein/eine Gesprächstherapeut/in behandelt, geht aber oftmals nicht sehr weit.
Thema dieser Arbeit soll eine vergleichende Darstellung dieser Formen der Psychotherapie sein. Dies ist innerhalb einer solchen Arbeit nur beschränkt möglich, da auch i nnerhalb der verschiedenen Schulen große Unterschiede in den Ansichten herrschen und eine verallgemeinernde Darstellung den Verfahren nicht gerecht werden würde.
Darum habe ich versucht, mich möglichst auf einzelne, wichtige Theorien innerhalb der 3 Richtungen zu beziehen. Ziel soll hierbei aber nicht die vereinzelte Darstellung einer einzelnen Theorie sein, sondern ihre Beispielhaftigkeit für die wesentlichen Punkte der entsprechenden Richtung. Ich hoffe dadurch die wichtigsten Eckpunkte der 3 Richtungen veranschaulichen zu können, ohne dabei an der Oberfläche bleiben zu müssen. Um den Vergleich möglichst plausibel und anschaulich zu gestalten, habe ich mich dabei auf die Ätiologie von reaktiven Depressionen beschränkt.
Mit der Darstellung der (reaktiven) Depression möchte ich auch beginnen. Daraufhin sollen die verschiedenen Vorstellungen aus der Sicht von Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Gesprächspsychotherapie über die Ätiologie reaktiver Depressionen erläutert werden, um abschließend in einem Vergleich der wesentlichen Punkte zu enden.
2. DEPRESSION
Depressionen gehören zu den affektiven Störungen 1 . Symptomatisch sind emotionale Störungen mit trauriger Verstimmung 2 , Interessenverlust, Angst und Hoffnungslosigkeit. Der/Die Betroffene fühlt sich oft wertlos und schuldig und zieht sich von anderen zurück. G enerell treten auch Antriebsstörungen (in beide Richtungen: Ruhelosigkeit - verminderte Aktivität)
1 Neben Manie und manisch-depressiven Störungen, wobei die Depression 2/3 der affektiven Störungen ausmacht;
2 Wobei selbst Gefühle der Trauer und allgemein viele Gefühlregungen oft nicht mehr richtig wahrgenommen werden können;
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und Konzentrationsstörungen auf. Oftmals sind auch Schlafstörungen und Appetitlosigkeit symptomatisch. Häufig treten Gedanken an Tod und Selbstmord auf. Es entstehen also emotionale, kognitive, motorische und körperliche Veränderungen. Die Wahrscheinlichkeit im Laufe eines Menschenlebens an einer Depression zu e rkranken beträgt etwa 5 - 12% (Internet), wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen sind als Männer, was sich im Alter aber immer mehr angleicht (Hautzinger 1998, S.13f). In neueren Studien wird der Geschlechterunterschied auch nicht mehr sicher festgestellt (Volk 1998, S.26f). Neben den psychogenen Krankheitsursachen können auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Als biologische Ursachen sind veränderte Neurotransmitterhaushalte (vor allem ein Mangel an Noradrenalin und Serotonin) und gestörte Hormonhaushalte (zum Beispiel ein Überschuss an Cortisol) festgestellt worden (Internet). Für einen genetischen Ursachenfaktor könnte die erhöhte Wahrscheinlichkeit für Kinder von depressiven Eltern an einer Depression zu erkranken ein Indiz sein (bei einem depressiven Elternteil liegt die Wahrscheinlichkeit bei 10-20%, bei beiden Elternteilen bei 50-60% 3 (Internet)).
Auch körperliche Erkrankungen und Medikamente können Ursachen, Begleitfaktoren oder Auslöser für depressive Störungen sein (zum Beispiel bei Cortisolbehandlungen). Früher wurden im triadischen System organische, endogene und psychogene Ursachen für depressive Erkrankungen unterschieden.
Der Begriff der endogenen Depression hat aber im ICD-10 und DSM IV seine zentrale Stellung verloren und wird im ICD durch die „depressive Episode“ und im DSM durch „Major depression“ ersetzt. Die somatischen Symptome (die der Begriff endogen früher beinhaltete) werden extra spezifiziert. So wird im ICD-10 die depressive Episode (F32) in leichte (mindestens 4 der gegebenen Symptome 4 ), mittelgradige (mindestens 6 Symptome) und schwere mit und ohne psychotische Symptome unterteilt.
Weiterhin unterschieden werden im ICD-10 noch rezidivierende, also wiederholt auftauchende depressiven Störungen (F33), anhaltende affektive Störungen (F34.1 Dysthymie, als anhaltende, depressive Stimmung für mindestens zwei Jahre) und Anpassungsstörungen (kurze oder längere depressive Reaktion)“ (Hautzinger 1998, S.10f).
Daneben lässt sich die depressive Episode anhand des Erscheinungsbildes unterscheiden.
3 Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob „depressive Sozialisationsbedingungen“ oder die Genetik die Ursache ist;
4 Im ICD-10 (die ersten 3 sind die wichtigsten): 1. Depressive Verstimmung (fast täglich, mindestens zwei Wochen); 2. Verlust von Interesse oder Freude an Aktivitäten; 3. Verminderter Antrieb und erhöhte Ermüdbarkeit;
4. Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl; 5. Unbegründete Selbstvorwürfe/Schuldgefühle; 6. Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder Suizid; 7. vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen (Unentschlossenheit); 8. Änderung der psychomotorischen Aktivität; 9. Schlafstörungen; 10. Appetitverlust oder ge- steigerter Appetit (Hautzinger 1998, S.10f);
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Sie kann gehemmt (reduzierte Aktivität bis hin zur Bewegungslosigkeit), agiert (ängstliche Getriebenheit, Bewegungsunruhe, unproduktive Hektik), larviert (körperliche Beschwerden stehen im Vordergrund) oder psychotisch (bei Wahnideen oder Halluzinationen) auftreten. Die reaktive Depression wird im folgenden als eine, durch eine Lebensveränderung hervorgerufene, psychogene beziehungsweise neurotische (in der Sprache der Psychoanalyse) Depression angesehen, rezidivierend oder anhaltend, leicht, mittelgradig oder schwer ohne psychotische Symptome (in der Sprache des ICD-10) sein kann.
3. PSYCHOANALYSE
Von der Psychoanalyse kann man im Grunde gar nicht sprechen. Denn schon der Wiener Psychiater Sigmund Freud, der um 1900 mit der Traumtheorie die Psychoanalyse begründete, arbeitete noch lange an seinem Konzept weiter und veränderte und ersetzte wesentliche A spekte seiner Theorie immer wieder. Aber vor allem auch die nachfolgenden Vertreter/innen der Psychoanalyse modifizierten die Theorie grundlegend und es kam zu verschiedensten Auffassungen. Darüber hinaus ist die Psychoanalyse nicht nur eine Methode zur Behandlung psychischer Störungen, sondern auch eine „allgemeine Theorie menschlichen Erlebens und Handelns“ und „eine Methode zur Erforschung psychischer Vorgänge“ (Kriz 1989, S.29). Im folgenden möchte ich mich nur auf die Kernpunkte von Freuds Theorie beziehen, insoweit sie auch heute noch aktuell sind und eher auf die Weiterentwicklungen Bezug nehmen.
3.1 GRUNDLAGEN
Um die Ätiologie der reaktiven Depression verstehen zu können, möchte ich hier einige allgemeine Konzepte, die auf Freud zurückgehen erläutern.
Freuds Strukturmodell des „psychischen Apparats“, gliedert sich in die psychischen Instanzen ES, ICH und Über-ICH. Dabei ist das ES die unterste, ursprünglichste Schicht, in der Wünsche entstehen, die auf Grundtriebe zurückzuführen sind. Durch die Befriedigung dieser Triebabkömmlinge entsteht Lust, durch die Nichtbefriedigung Unlust. Die Wünsche drängen nach sofortiger und totaler Befriedigung. Das ICH dagegen ist mit der Realität verbunden und nimmt diese wahr und speichert die Ereignisse im Gedächtnis. Es denkt und plant und ist die
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Instanz, die die Triebabkömmlinge des ES steuert 5 und mit den Verboten des Über-ICH umgehen muss. Das Über-ICH ist sozusagen die Gewissensinstanz, aus welchem sich Motive ableiten, die aus der Familie oder Sozietät stammen (die durch Identifizierung übernommen wurden). Diese Instanz ist oft einschränkend oder bestrafend.
Freuds Triebkonzept beruht auf der Vorstellung, dass das menschliche Verhalten durch Triebe gesteuert wird. Insbesondere ist es hier die Libido, die als G rundantrieb das bewusste, wie auch unbewusste seelische Leben durchwirkt. Während Freud noch vermutete, dass alle psychischen Funktionen sekundäre Ableitungen der Urtriebe seien, erweiterten die nachfolgenden Vertreter/innen der Ich-Psychologie 6 diese Annahmen durch das Aufmerksammachen der Beziehung zwischen den Trieben und den Ich-Funktionen. So verstehen sie das ICH auch als Instanz, welche aktiv auf, für das ICH ungeliebte Wünsche des ES mit Abwehrmechanismen reagiert und so die drohende Angst oder Unlust abwehrt. So können die Triebmotive durch das ICH zum Beispiel verdrängt, verschoben, sublimiert, konvertiert, rationalisiert, abgespalten oder über Projektion in die Außenwelt verlagert werden. Ein wichtiger Abwehrmechanismus ist auch die Regression. Hierbei ist die Wiederbelebung früherer Entwicklungsstufen gemeint, die vor den unlustvollen Impulsen durchlebt wurden. Die Person regrediert dabei auf Entwicklungsstufen, die zu gegebener Zeit nicht echt durchlebt wurden und so ein Libidodepot zurückgelassen wurde und Fixierungsstellen entstanden. Abwehrmechanismen sind z unächst „normale“ Funktionen des ICH und ersparen Angst. Sie können jedoch zu Realitätsverlust bis hin zu schweren Charakterveränderungen oder Körperstörungen führen und kosten Freiheit und Lebendigkeit.
3.2 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE UND NARZISSMUS
Sowohl die Entwicklungsgeschichte des Kindes, als auch die Vorstellung vom Narzissmus und dessen Entwicklung sind seit der Zeit Freuds sehr umstritten. Sie spielen aber für die Ätiologie von Depression e ine entscheidende Rolle. Gerade der Narzissmus, als Konzentration des seelischen Interesses auf das Selbst 7 spielt für die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts von innerer Sicherheit, also Selbstsicherheit eine große Rolle und somit auch für die Entstehung von Depressionen.
5 Eine gängige Metapher für die Beziehung zwischen ICH und ES ist „der Reiter auf dem Pferd“;
6 Die grundlegenden Erweiterungen der Ich-Psychologie wurden noch von Freud selbst angedacht;
7 Selbst: das Gesamt des Psychischen bei einem Menschen unter Berücksichtigung der bewussten und unbewuss- ten Psyche, als auch der Gegenüberstellung der eigenen Person mit den Objekten der äußeren Welt;
Arbeit zitieren:
Dipl.-Pädagoge Tobias Rösner, 2001, Grundkonzepte der Psychotherapie im Vergleich am Beispiel der Ätiologie reaktiver Depressionen, München, GRIN Verlag GmbH
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