Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Modellbetrachtung 3
2.1 Beschreibung und Charakterisierung des Modells 3
2.2 Darstellung des Modellrahmens 4
2.3 Analyse des Modells 6
2.4 Langfristiges Gleichgewicht des Modells 8
3 Auswirkungen expansiver Geldpolitik 9
3.1 Auswirkungen einer Änderung der Geldmengenwachstumsrate 9
3.1.1 Einführung 9
3.1.2 Langfristige Auswirkungen 9
3.1.3 Kurzfristige Auswirkungen und Anpassungsprozess 10
3.2 Auswirkungen einer Änderung der Geldmenge 14
3.2.1 Einführung 14
3.2.2 Langfristige Auswirkungen 14
3.2.3 Kurzfristige Auswirkungen und Anpassungsprozess 15
4 Schlussbetrachtung und Zusammenfassung 18
5 Abbildungsverzeichnis 20
6 Literaturverzeichnis 21
7 Anhang 22
7.1 Die Zustandsgleichungen des Systems 22
7.2 Die langfristigen Gleichgewichtswerte des Modells 25
7.3 Die Zeitpfade der Zustandsvariablen 26
7.3.1 Sattelpunktstabilität des Modells 26
7.3.2 Bestimmung der Zeitpfade der Zustandsvariablen 27
7.3.3 Bestimmung der Zeitpfade des Outputs 35
7.4 Erläuterungen zu den dargestellten Lösungszeitpfaden 36
2
1 Einleitung
In jüngster Zeit werden zunehmend Stimmen laut, die eine expansivere Geldpolitik der Zentralbanken zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung in Zeiten konjunktureller Schwäche fordern. 1 Da jedoch nahezu alle bedeutenden europäischen Zentralbanken unabhängig und dem Primärziel der Geldwertstabilität verpflichtet sind, bleibt wenig Raum zur Verfolgung des Nebenziels der wirtschaftspolitischen Stabilisierung im Konjunkturzyklus, weshalb oben genannte Forderung auf wenig Gegenliebe in verantwortungsvollen Positionen stößt. 2 Abstrahiert man jedoch von den institutionellen Gegebenheiten, ist es sinnvoll zunächst einmal die Frage zu stellen, welche Wirkungen von Geldpolitik in langer- und kurzer Frist ausgehen, um den Sinngehalt obiger Forderung zu ermitteln. Weiterhin sieht sich die EZB zunehmender Kritik bezüglich ihrer Informationspolitik ausgesetzt. 3 Dementsprechend stellt sich weiterhin die Frage, wie geldpolitische Maßnahmen auszugestalten sind, um möglichst geringe negative Auswirkungen auf gesamtwirtschaftliche Größen zu haben.
Zur Analyse vorangehend aufgebrachter Fragestellungen wird exemplarisch in dieser Arbeit ein dynamisches Inflationsmodell für eine kleine offene Volkswirtschaft betrachtet. Zunächst wird unter Kapitel 2 das dynamische Inflationsmodell erläutert, anhand dessen in Kapitel 3 die intertemporalen Auswirkungen einer Erhöhung der Geldmengenwachstumsrate und einer einmaligen Erhöhung der Geldmenge untersucht werden. In Kapitel 4 werden diese Ergebnisse schließlich mit den Ergebnissen anderer Modelle verglichen.
2 Modellbetrachtung
2.1 Beschreibung und Charakterisierung des Modells
Bei dem im Nachfolgenden betrachteten Ansatz handelt es sich um ein sattelpunktstabiles, dynamisches Inflationsmodell einer kleinen offenen Volkswirtschaft mit rationalen Wechselkurserwartungen und verzögerter Preisanpassung. Charakteris-
1 Vgl.International Monetary Fund (2002), S. 27 sowie Intergovernmental Group of Twenty-Four on
International Monetary Affairs and Development, 27. September 2002.
3
tisch an dem Modell sind die unterschiedlichen Anpassungsgeschwindigkeiten der Zustandsvariablen. Während sich die prädeterminierte Zustandsvariable träge an exogene Störungen anpasst, erfährt die nichtprädeterminierte, sogenannte Sprungvariab-le, diskrete Änderungen in der Zeit. Das gesamte intertemporale Modellverhalten lässt sich durch die dynamischen Zustandsgleichungen dieser beiden Variablen dar-
stellen. 4 Das Modell geht dabei auf den Grundtyp der sogenannten sticky-price-Ansätze von Dornbusch zurück 5 .
2.2 Darstellung des Modellrahmens
Der Modellrahmen besteht aus folgendem Gleichungssystem: 6 (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) Bezeichnungen der Variablen:
y gesamtwirtschaftliche Güternachfrage
4
Mit Ausnahme der Zinssätze handelt es sich bei den Variablen um logarithmierte Größen. Variablen, die mit einem Punkt gekennzeichnet sind, stellen die Ableitung dieser Variablen nach der Zeit dar, d. h., entlogarithmiert ihre prozentuale Änderungsrate. Des Weiteren kennzeichnet ein Querstrich über einer Variablen deren jeweiligen steady stateWert. Die Variablen des Auslands sind mit einem Stern ge-kennzeichnet. 7 Gleichung (1) des Modellrahmens beschreibt die ISKurve, also das gesamtwirtschaftliche Güternachfrage-Gleichgewicht. Die gesamtwirtschaftliche Güternach-frage setzt sich hierbei, in Abhängigkeit der jeweiligen Elastizitäten und Semi-Elastizitäten, aus der einkommens- und realzinsabhängigen realen privaten Ab-sorption, den realen Staatsausgaben und dem realen Außenbeitrag zusammen. Gleichung (2) definiert das reale Austauschverhältnis von Gütern zwischen In- und Ausland, den sogenannten Terms of Trade.
Gleichung (3) beschreibt die LMKurve, mit anderen Worten das gesamtwirtschaft-liche Geldmarkt-Gleichgewicht. Das Geldangebot m stellt hierbei eine exogene von einer unabhängigen Zentralbank gesteuerte Größe dar. Die reale Geldnachfrage zeigt sich positiv abhängig von der realen Güternachfrage sowie negativ vom Nominalzins.
Modellgleichung (4) ist Ausdruck der ungedeckten Zinsparität. Die Inlandszinsen unterscheiden sich um die rational erwartete Wechselkursänderungsrate vom ausländischen Zinsniveau.
Gleichung (5) ist Ausdruck des inländischen Preisindex, der sich zum einen aus dem Preisniveau der im Inland produzierten nichthandelbaren Güter und dem Weltmarkt-
preisniveau der handelbaren Güter zusammensetzt. γ stellt hierbei den Grad der Ge-
schlossenheit der Volkswirtschaft dar. Das Inland ist klein, so dass kein Einfluss auf
Gleichung (6) ist die Preisanpassungsgleichung unter der Annahme vollindexierter Geldlohnsätze, es herrscht also Starrheit in den Reallohnsätzen und vollkommene Flexibilität in den Nominallohnsätzen.
Bei Modellgleichung (7) handelt es sich um eine Lohnanpassungsgleichung vom Phillipskurventyp, d. h., die Änderung der Nominallöhne orientiert sich an der Infla-
tionsrate und einer zusätzlichen Lohndruckkomponente δ .
5
2.3 Analyse des Modells
Durch geeignetes Umformen der Modellgleichungen lässt sich folgendes System mit zwei linearen Differentialgleichungen ermitteln. 8 Diese beiden Zustandsgleichungen sind in der Lage das vollständige intertemporale Verhalten des Gesamtsystems abzubilden.
γ −
Die erste Zustandsgleichung, die als nicht-prädeterminierte Zustandsvariable die Terms of Trade τ enthält, lässt sich durch Zusammenfassung der Gleichung der gleichgewichtigen gesamtwirtschaftlichen Güternachfrage (1) mit den Preis und Lohnanpassungsgleichungen (6) und (7), der Definition für den inländischen Preisin-dex (5) und der ungedeckten Zinsparität (4) sowie geeigneter Erweiterungen kon- m − alsprä-
struieren. Die zweite Zustandsgleichung, worin die reale Geldmenge
p determinierte Zustandsvariable fungiert, lässt sich durch Einsetzen des mit der Gleichung der Terms of Trade (2) erweiterten Ausdrucks für die ungedeckte Zinsparität (4) der modifizierten Gleichung des gleichgewichtigen Geldmarktgleichgewichts (3) und geeigneten Modifikationen sowie der Substitution der Ableitung der Terms of Trade nach der Zeit durch die erste Zustandsgleichung entwickeln.
6
Die Zustandsvariable τ ist in diesem Fall die Sprungvariable des Systems, d. h., dass
sich die Terms of Trade in Form einer diskreten Änderung durch die ad hoc Reaktion
des nominalen Wechselkurses e als Komponente von τ an neu verfügbare Infor-
mationen unverzögert anpassen. Die zweite Zustandsvariable der realen Geldmenge
m − ändert sich hingegen stetig in der Zeit, was auf die Annahme der verzögerten p
die Zentralbank vorgenommen werden.
Das dynamische System ist sattelpfadstabil, d. h., es gibt genau einen stabilen Sattelpfad, der zum neuen Gleichgewicht nach einem exogenen Schock führt. Die Sattelpfadstabilität ist durch die Existenz einer negativen Systemdeterminante gegeben. Unter der Annahme, dass alle im Modell verwendeten Elastizitäten und Parameter positiv sind, ergibt sich somit als Voraussetzung für Sattelpfadstabilität
δ γ λ
2 > − − (9) da nur so die Existenz einer negativen Systemdeterminante über den negativen Ei-
λ gesichertist. 9 Ökonomisch bedeutet dies, dass bei gegebener Ausprägung
genwert 1 der Terms of Trade eine Erhöhung der Staatsausgaben zu einer Outputexpansion
7
Arbeit zitieren:
Kai Nekat, 2002, Geldpolitik in einem dynamischen Inflationsmodell für die kleine offene Volkswirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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